"> Irans "Revolutionsgarden" sollen auf US-Terrorliste
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Diplomatie

Irans "Revolutionsgarden" sollen auf US-Terrorliste

Der scharfe diplomatische Schritt ziele darauf ab, die Finanzen der Gruppe zu schwächen, hieß es an zwei Stellen bei hochrangigen US-Behörden am Mittwoch. Das Vorhaben werde in der US-Regierung ernsthaft erwogen. Ein Zeitpunkt dafür stehe aber noch nicht fest.

Nach Einschätzung von Iran-Experten erwägt US-Präsident George W. Bush den Schritt auch deshalb, um die Kritiker im eigenen Land zu besänftigen, die wegen des iranischen Atomprogramms ein militärisches Vorgehen fordern.

Bankkonten einfrieren
Die "New York Times" berichtete am Mittwoch unter Berufung auf hochrangige Vertreter der US-Regierung, die Einstufung würde es den USA ermöglichen, Bankkonten und andere Vermögenswerte der Revolutionswächter einzufrieren. Diese hätten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten unter dem derzeitigen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad deutlich ausgeweitet. Die "Washington Post" schrieb, der Schritt solle vor allem jene Geschäfte treffen, zu denen auch Auslandsfirmen gehörten.

Vorwürfe an Iran
Die USA betrachten den Iran seit langem als Unterstützer von Terror-Organisationen. Sie werfen dem Iran auch vor, im Irak und in Afghanistan zur Destabilisierung beizutragen.

Sanktionen
Die Entscheidung würde es den USA ermöglichen, ausländischen Firmen Sanktionen aufzuerlegen, die mit der Revolutionsgarde Handel treiben oder sie unterstützen. Auf der US-Terrorliste stehen sonst Einzelpersonen, Unternehmen, Hilfsorganisationen und extremistische Gruppen, die terroristischer Aktivitäten verdächtigt werden.

Revolutionsgarden
Die Revolutionsgarden ("Pasdaran") bilden neben der regulären Armee ("Artesh") die zweite Säule der iranischen Streitkräfte. Ein gemeinsamer Generalstab im Verteidigungsministerium koordiniert die Einsätze der rund 125.000 Mitglieder der Revolutionsgarden ebenso wie die Operationen des offiziellen Militärs, das Schätzungen zufolge mindestens 420.000 Mann unter Waffen hält.

Die Revolutionsgarden stehen unter der direkten Kontrolle des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei. Die "Pasdaran" wurde als ideologische Armee der Islamischen Republik gleich nach der Revolution 1979 gegründet. Unter ihrem Dach fasste die neue Führung mehrere paramilitärische Eliteeinheiten zusammen. Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini wollte sich angesichts möglicher Widerstände in der regulären Armee und linker Rebellengruppen den militärischen Rückhalt im Land sichern.

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