Israel-Angriff auf Iran sei kein Problem

US-Vizepräsident

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Israel-Angriff auf Iran sei kein Problem

Die USA würden sich nach Worten von Vizepräsident Joe Biden nicht einem israelischen Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm widersetzen. Wenn Israel glaube, dass ein Militärschlag nötig sei, könnten die USA "einem anderen souveränen Staat nicht sagen, was er zu tun hat", sagte Biden am Sonntag dem Fernsehsender ABC. Israel könne für sich selbst entscheiden, was es in Bezug auf den Iran oder einen anderen Staat tue. "Ob wir zustimmen oder nicht, sie sind berechtigt, das zu tun."

Atomprogramm
Die israelische Regierung unter dem Hardliner Benjamin Netanyahu hat bislang erklärt, das iranische Atomprogramm solle auf dem Wege der Diplomatie gestoppt werden, ein Militärschlag sei aber als ultima ratio nicht auszuschließen. Nun scheint die Mannschaft von US-Präsident Barack Obama dafür grünes Licht zu geben. "Wenn die Regierung Netanyahu sich entschließt, einen unterschiedlichen Ansatz zu verfolgen als den bisherigen, dann ist es ihr souveränes Recht", sagte Biden.

Annäherung
Obama hatte bisher auf eine Annäherung an den Iran gesetzt, um die Islamische Republik vom umstrittenen Atomprogramm abzubringen. Israel sieht im Iran die größte Bedrohung in der Region, besonders seit dort 2005 der Hardliner Mahmoud Ahmadinejad an die Macht kam. Ahmadinejad hat mehrfach mit der Vernichtung Israels gedroht und den Holocaust als "Mythos" bezeichnet.

Experten
Bidens Beteuerung, die USA könnten nichts gegen eine eventuelle israelische Militäroffensive gegen den Iran tun, scheint allerdings bewusst untertrieben: Israelische Kampfflugzeuge müssten zur Bombardierung von Atomanlagen im Iran wohl entweder über das Gebiet des NATO-Staats Türkei oder aber über den US-kontrollierten irakischen Luftraum fliegen. Beide Flugrouten scheinen ohne vorherige Einwilligung Washingtons extrem unwahrscheinlich. Experten wenden zudem ein, dass Luftangriffe auf Atomanlagen das Programm bestenfalls um ein paar Jahre verzögern, nicht aber verhindern würden.

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