Israel beschießt UN-Gebäude in Gaza Israel beschießt UN-Gebäude in Gaza

Tag 20

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Israel beschießt UN-Gebäude in Gaza

Israelische Truppen sind am 20. Tag ihrer Offensive tief in die Stadt Gaza eingedrungen. Nach Augenzeugenberichten stießen die Soldaten am Donnerstag in die dicht besiedelten Gebiete der palästinensischen Stadt vor. Tausende verängstigte Einwohner seien auf der Flucht vor den mit Unterstützung von Kampfhubschrauber, Panzern und Artillerie vorrückenden israelischen Soldaten, hieß es. Ob es sich dabei um einen kurzzeitigen Vorstoß oder um eine neue Phase der seit dem 27. Dezember laufenden Militäroffensive gegen die den Gazastreifen beherrschende radikale Palästinenserorganisation Hamas handelte, war zunächst nicht klar.

UN-Vertretung unter Beschuss
Das israelische Militär hat am Donnerstag die Vertretung der Vereinten Nationen in der Stadt Gaza beschossen, während UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon gerade zu Gesprächen mit der Regierung in Israel eintraf.

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Nach Angaben von UNO-Mitarbeitern in Gaza, die telefonisch erreicht werden konnten, haben die UNO-Hilfsorganisationen vorerst alle Tätigkeiten im umkämpften palästinensischen Gazastreifen einstellen müssen. Israelische Bodentruppen waren zuvor massiv in Richtung Stadtzentrums vorgedrungen. Auch ein Hochhaus wurde beschossen, in dem mehrere Medienunternehmen, darunter der Fernsehsender Al-Arabiya, ihre Büros haben.

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Bei dem heftigen israelischen Beschuss der Stadt Gaza wurde offenbar auch das Gebäude des Palästina-Flüchtlingshilfswerks UNRWA der Vereinten Nationen getroffen. Es geriet in Brand. UNRWA-Sprecher Chris Gunness erklärte, das Gebäude sei vermutlich von drei Phosphor-Geschoßen getroffen worden, die sehr hohe Temperaturen entwickeln können.

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Augenzeugen berichteten hingegen, ein benachbartes Gebäude sei getroffen worden. Tausende verängstigte Menschen seien auf der Flucht vor den mit Unterstützung von Kampfhubschrauber, Panzern und Artillerie vorrückenden israelischen Soldaten, hieß es.

Auch Medientower angegriffen
Nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabiya wurde bei dem Angriff auch ein Gebäude in der Stadt Gaza angegriffen, in dem der von Saudi-Arabien finanzierte und in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Sender und andere Medien ihre Büros haben. Das Team des Senders unterbrach seine Live-Übertragung. "Unser Gebäude ist getroffen worden, ich weiß nicht welches Stockwerk, wir bringen uns jetzt in Sicherheit", rief eine Reporterin.

Friedensbemühungen im Gang
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist unterdessen am Donnerstagmorgen in Jerusalem mit dem israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres zusammengetroffen. Die Unterredung fand unter vier Augen statt und eröffnete die zweite Vermittlungsmission des deutschen Ministers im Gazakonflikt innerhalb einer Woche. Zuvor hatte Steinmeier gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Bernard Kouchner an die Konfliktparteien appelliert, eine sofortige humanitäre Waffenruhe einzuhalten. Seit Beginn der israelischen Militäroperation starben nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza 1033 Palästinenser. Allein am Mittwoch kamen 43 Menschen im Gazastreifen ums Leben. 4650 Bewohner des Gebiets wurden bisher verletzt.

Mit einer humanitäre Waffenruhe kann nach den Worten von Steinmeier ein dauerhafter Waffenstillstand erreicht werden, der zur Versorgung der notleidenden Bevölkerung unbedingt erforderlich sei. Geplant sind auch Gespräche des deutschen Außenministers mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas in Ramallah im Westjordanland sowie mit Ägyptens Staatschef Hosni Mubarak in Kairo.

Die Hamas will angeblich die ägyptisch-französische Initiative für eine Waffenruhe annehmen. Eine offizielle Erklärung dazu liegt bisher nicht vor. Die Initiative von Ägypten und Frankreich, den Ko-Vorsitzenden der im Vorjahr gegründeten Mittelmeerunion, sieht vor: Eine sofortige Feuerpause, eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, Sicherung der Grenzen - gemeint ist der Sicherheitsanspruch Israels und die Schließung der Waffentunnels von Ägypten in den Gazastreifen -, Öffnung der Übergänge und Aufhebung der Blockade des Gebiets, sowie innerpalästinensische Versöhnungsgespräche. Die israelischen Minimalforderungen sind nach den Worten von Regierungssprecher Mark Regev "ein vollständiger Stopp jeglichen feindlichen Feuers" sowie ein "funktionierender Mechanismus, der eine Aufrüstung der Hamas verhindert".

Fotos: (c) Reuters (2), APA

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