Israel erklärt einseitig Waffenruhe

Gaza-Krieg

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Israel erklärt einseitig Waffenruhe

Sie soll am Sonntag um 02.00 Uhr Ortszeit (01.00 Uhr MEZ) beginnen. Die Bodentruppen sollen aber bis auf weiteres im Gazastreifen bleiben. Die radikalislamische Hamas hatte bereits zuvor erklärt, sie werde bis zu einem Abzug der israelischen Soldaten weiterkämpfen.

Militärische Ziele erreicht
Mit der dreiwöchigen Offensive im Gazastreifen habe Israel sein Ziel erreicht, erklärte Olmert am späten Abend nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts. Die radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas sei schwer getroffen. Die israelischen Angriffen hätten die operativen Kräfte der Hamas stark gemindert und deren Infrastruktur größtenteils zerstört worden, sagte Olmert.

Viele Gebiete, aus denen militante Palästinenser Raketen auf Israel abfeuern, seien jetzt unter Kontrolle der israelischen Armee. Die israelische Armee werde auch künftig auf Angriffe durch Hamas reagieren. Israel werde mit aller Kraft auf solche Attacken antworten, betonte Olmert.

Verteidigungsminister Ehud Barak kündigte an, die israelische Armee werde die Offensive "wenn nötig" wieder aufnehmen. Ein Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, sagte, Israel werden im Fall von Angriffen der Hamas zurückzuschießen. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums kündigte an, die israelische Armee solle noch "einige Tage" im Gazastreifen bleiben, bevor sie sich "geordnet zurückziehen" werde.

Hamas will weiterkämpfen
Die Hamas wird nach den Worten eines Sprechers keine Waffenruhe mit Israel ohne einen israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen akzeptieren. Dies sagte Hamas-Sprecher Fawzi Barhoum am Samstagabend in einer im palästinensischen Fernsehen übertragenen Ansprache. Hamas werde nicht die Präsenz eines einzigen israelischen Soldaten im Gazastreifen tolerieren, egal wie hoch der Preis sei, fügte Barhum hinzu.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) forderte, nach der Entscheidung über eine einseitige Waffenruhe müsse nun ein formeller Waffenstillstand folgen und ein vollständiger Rückzug der israelischen Truppen.

Nach palästinensischen Angaben kamen seit dem 27. Dezember mehr als 1200 Palästinenser ums Leben, mehr als 5300 weitere wurden verletzt. Rund 65 Prozent der Opfer seien Zivilisten.

Gipfel in Ägypten
Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak, der in dem Konflikt vermittelt, hat für den Sonntag zu einem Nahost-Gipfel in Sharm el-Sheikh eingeladen. Geleitet wird der Gipfel vom Gastgeber Mubarak, gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Erwartet werdem auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premier Gordon Brown, Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero und Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi.

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