Israel soll iranische Atomexperten ermordet haben

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Israel soll iranische Atomexperten ermordet haben

Israel führt einer britischen Zeitung zufolge im Iran einen Sabotagekrieg, um das Land am Bau von Atomwaffen zu hindern. Führende Vertreter des iranischen Atomprogramms seien Ziel einer verdeckten Enthauptungsstrategie, berichtete der "Daily Telegraph" am Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstexperten und einen ehemaligen Agenten des US-Geheimdienstes CIA. Israel nahm zu den Angaben nicht Stellung. Experten bestätigten ähnliche Berichte, warnten jedoch, dass sie Teil einer Kampagne der psychologischen Kriegsführung sein könnten.

Verzögerungs-Taktik
Dem Bericht zufolge setzt Israel Attentäter, Sabotage, Tarnfirmen und Doppelagenten ein, um das angebliche geheime Atombomben-Programm des Iran auszubremsen. "Das Ziel ist Verzögerung, Verzögerung, Verzögerung - solange, bis eine andere Lösung oder Herangehensweise in Sicht ist", wird der Ex-CIA-Agent zitiert. "Wir wollen auf gar keinen Fall, dass die gegenwärtige iranische Regierung an diese Waffen kommt", hieß es weiter. "Es ist eine gute Politik: Sie vermeidet eine militärische Auseinandersetzung, die wahrscheinlich inakzeptable Risiken mit sich bringen würde."

Keine Stellungnahme aus Tel Aviv
Ein israelischer Regierungssprecher sagte, Israel nehme zu solchen Berichten grundsätzlich nicht Stellung. Der Iran weist Vorwürfe des Westens zurück, er arbeite an Atomwaffen.

Der Nachrichtenagentur Reuters war im vergangenen Jahr aus Geheimdienstkreisen im Nahen Osten berichtet worden, dass Israel Atomwissenschaftler in der Islamischen Republik mit Briefbomben und giftigen Paketen angreifen wolle. Zudem seien Explosionen ausgelöst worden. Zwar hielten Experten diese Berichte für glaubwürdig. Eine Bestätigung war jedoch nicht zu erhalten. Als Beleg für die Strategie verweisen Iran-Experten auf den Tod des iranischen Atomwissenschaftlers Ardeshire Hassanpur. Der Mitarbeiter an der Uran-Anlage in Isfahan war 2007 offenbar an einer Gasvergiftung gestorben.

Meir Javendafar von der Nahost-Expertengruppe Meepas sagte Reuters am Dienstag, es gebe Berichte über die Verkäufe von defekten Apparaten an den Iran und Versuche, die Stromversorgung der Urananreicherungsanlage in Natanz zu unterbrechen. Allerdings könne es sich auch sehr wohl um eine psychologische Kampagne handeln. "Selbst, wenn es nicht wahr sein sollte, ist es Teil eines großen psychologischen Kriegs gegen das iranische Atomprogramm", sagte er. "Das ist viel erschwinglicher, als Geräte zu sabotieren."

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