Israel und Hisbollah wollen Gefangene austauschen

Abkommen

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Israel und Hisbollah wollen Gefangene austauschen

Zwei Tage vor dem geplanten Gefangenenaustausch mit der libanesischen Hisbollah-Miliz hat Israel am Montag letzte Vorbereitungen getroffen. Vier Hisbollah-Kämpfer seien in das Hochsicherheitsgefängnis Hadarim verlegt worden, sagte eine Sprecherin der israelischen Gefängnisverwaltung am Montag. In der Haftanstalt halte sich auch der fünfte Gefangene, der zu fünfmal lebenslanger Haft verurteilte Samir Qantar (Kantar/Kuntar), auf.

Austausch soll am Mittwoch stattfinden
Der Gefangenenaustausch solle Mittwoch früh um 8.00 Uhr MESZ am Grenzübergang Rosh Hanikra beginnen, berichteten israelische Medien unter Berufung auf libanesische Quellen. Es lag zunächst keine Bestätigung der israelischen Regierung vor. Zuvor muss aber noch die israelische Regierung ihre Zustimmung geben. Die entscheidende Kabinettssitzung ist für Dienstagvormittag geplant. Nach israelischen Medienberichten wird eine Zustimmung erwartet.

Im Zuge des Austausches will Israel nach Angaben der Gefängnisverwaltung außer Quantar auch die Libanesen Khodr Zeidan (Khader Sidan), Maher Qorani (Kurani), Mohammad Srour und Hussein Suleiman (Sleiman) freilassen. Darüber hinaus sollen die sterblichen Überreste von 199 libanesischen Kämpfern übergeben werden.

Im Gegenzug soll die Hisbollah die beiden israelischen Soldaten Ehud Goldwasser and Eldad Regev übergeben. Die beiden Soldaten wurden im Juli 2006 von israelischem Boden verschleppt. Nach weitgehender Überzeugung in Israel sind beide Soldaten tot. Die Entführung von Goldwasser und Regev löste im Sommer 2006 den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz aus.

Förmliches Einverständnis fehlt
Bevor der Austausch über die Bühne gehen kann, muss Justizminister Daniel Friedman am Dienstag noch sein förmliches Einverständnis geben, danach muss Präsident Shimon Peres die Gefangenen offiziell begnadigen. Im Rahmen des Abkommens, das unter der Schirmherrschaft der UNO von deutschen Spezialisten ausgehandelt wurde, werden die Gefangenen am Grenzübergang Rosh Hanikra dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz übergeben, wo ihr Gesundheitszustand und ihre Identität überprüft werden.

Am Wochenende hatte die Regierung in Jerusalem von der Hisbollah einen Bericht über das Schicksal des Piloten Ron Arad erhalten, der seit 1986 im Libanon vermisst wird. Israelischen Medienberichten zufolge schreibt die Hisbollah in dem Bericht, dass Arad tot sei und dass sie keine genauen Informationen über sein Schicksal habe. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak sagte nach Angaben seines Ministeriums am Sonntag, der Bericht bringe immer noch keine klare Anwort. "Wir werden weiter versuchen herauszufinden, was mit ihm passiert ist", sagte Barak.

Ein israelischer Fernsehsender berichtete am Sonntag, Arads Familie seien zwei Fotos und Tagebuchpassagen übermittelt worden, die an seine Frau Tami und seine Tochter Yuval gerichtet waren. Demnach zeigt eines der Bilder aus dem Jahr 1987 den Piloten in einem Schlafanzug vor einem Vorhang mit arabischen Inschriften und einer offensichtlichen Verletzung am linken Arm. Dem Sender zufolge ist das Tagebuch nicht vollständig und endet 1987. Arad war von der schiitischen Amal-Miliz gefangen genommen worden. Später soll er in der Gewalt der Hisbollah gewesen sein, die ihn aber offenbar später aus den Augen verlor.

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