Kolumbiens FARC will offenbar Geisel freilassen

Chavez vermittelt

Kolumbiens FARC will offenbar Geisel freilassen

Die kolumbianische Guerilla-Organisation FARC hat sich nach Angaben des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez bereiterklärt, einige ihrer mehr als 40 Geiseln freizulassen. Dies sei seine Vorbedingung für ein Treffen mit FARC-Anführer Manuel Marulanda gewesen, und dieser habe sie akzeptiert, sagte Chavez. Der venezolanische Präsident hatte sich für eine humanitäre Lösung in dem Geiseldrama eingesetzt, bis die kolumbianische Regierung ihm kürzlich das Vermittlungsmandat entzog.

Schon länger keine Verhandlungen zwischen FARC und offiziellen Stellen
Direkte Verhandlungen zwischen Bogota und den Guerilleros wurden schon im Jahr 2002 abgebrochen. In den Händen der FARC befindet sich auch die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, von der am Donnerstag (Ortszeit) zum ersten Mal seit vier Jahren ein Lebenszeichen aufgetaucht war. Angehörige der Franko-Kolumbianerin befürworteten am Wochenende eine Fortsetzung der Vermittlungstätigkeit des venezolanischen Präsidenten für ihre Freilassung. Astrid Betancourt, die Schwester der im Februar 2002 verschleppten Grün-Politikerin, sagte in der Nacht auf Sonntag im venezolanischen Fernsehen, sie hoffe, dass Chavez seine Bemühungen fortsetzen werde. Ähnlich äußerte sich Betancourts Mutter Yolanda Pulecio.

Chavez will weiter vermitteln
Chavez hatte am Samstag vor der Presse erklärt, er stehe weiter als Vermittler zur Verfügung. Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe hatte seinen venezolanischen Amtskollegen am 21. November von seiner Vermittlungstätigkeit entbunden und dies damit begründet, dass er entgegen einer Absprache Kontakt zum kolumbianischen Militär habe. Sowohl Kolumbiens Regierung als auch die linksgerichteten Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) äußerten am Samstag den Wunsch, dass der französische Präsident Nicolas Sarkozy eine größere Rolle bei der Beilegung der Geiselkrise spiele.

Brief Betancourts veröffentlicht
Die kolumbianischen Medien veröffentlichten unterdessen einen Brief Betancourts an ihre Familie, in dem sie über ihre Geiselhaft schreibt. "Wir leben hier wie Tote", heißt es in dem Text unter anderem. Die kolumbianische Regierung hatte am Freitag bei der Festnahme von FARC-Rebellen beschlagnahmte Videos, Fotos und Briefe von Betancourt freigegeben, die ihren Angaben zufolge von Ende Oktober stammen. Auf den Bildern wirkte Betancourt stark abgemagert und apathisch.

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