Kritik an Freitagsfürbitte des Papstes

Gegen die Juden

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Kritik an Freitagsfürbitte des Papstes

Der deutsche Rabbiner Walter Homolka übt heftige Kritik an der von Papst Benedikt XVI. neu formulierten katholischen Karfreitagsfürbitte für den alten Ritus. "Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff", sagte der liberale Berliner Rabbi in einem am Gründonnerstag veröffentlichten Interview mit "Spiegel Online". Der Papst nehme die Verstärkung solcher Tendenzen mit der neu eingeführten Formulierung "zumindest in Kauf". "Der Karfreitag wird ein schwarzer Tag in den Beziehungen von Juden und Katholiken."

Seine Kritik fügte sich in eine Reihe von Protesten von Rabbinern ein. Die Beziehungen zwischen katholischer Kirche und jüdischer Gemeinschaft stünden schlagartig vor einer Zerreißprobe, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr, denkt Homolka.

Der Papst hatte vor einigen Monaten die Formulierung der Fürbitte für die Juden im 2007 wieder allgemein zugelassenen alten römischen Messritus geändert. Darin heißt es: "Lasset uns auch beten für die Juden, auf dass Gott unser Herr ihre Herzen erleuchtet, damit sie Jesus Christus erkennen, den Retter aller Menschen." Der ursprüngliche Text von 1962 hatte gelautet: "Lasst uns auch beten für die Juden: Gott, unser Herr, möge den Schleier von ihren Herzen wegnehmen, auf dass auch sie unseren Herrn Jesus Christus erkennen."

"Das Ziel des Dialogs ist nicht die Vereinigung oder Vereinnahmung. Wir wollen einander verstehen lernen", räumte der liberale Rabbiner ein. Dazu gehöre aber, "Verletzungen zu vermeiden, wie sie uns durch die Karfreitagsfürbitte des Papstes zugefügt wurden".

Papst trägt Kreuz selbst
Mit dem traditionellen Kreuzweg am Kolosseum in Rom steht heute ein Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten auf dem Programm von Papst Benedikt XVI. In Gedenken an den Leidensweg Jesu Christi vor 2000 Jahren machen sich die Pilger am Abend im Schein von Fackeln auf den Weg zur Via Crucis im Zentrum der Ewigen Stadt. Der Papst, der im April 81 Jahre alt wird, will das Kreuz an den letzten drei der insgesamt 14 Stationen selbst tragen. Die Passionsszenen zeichnen den Leidensweg Jesu nach.

Kreuzweg in Jerusalem
Tausende Gläubige haben am Karfreitag am traditionellen Kreuzweg in Jerusalem teilgenommen. Einige trugen schwere Holzkreuze, um an das Leiden Jesu zu erinnern. In der Grabeskirche berührten Pilger den Stein, auf dem die Leiche Christi der Überlieferung zufolge gewaschen wurde, nachdem sie vom Kreuz genommen war. Nach Polizeiangaben waren tausende Sicherheitskräfte im Einsatz.

Der Überlieferung zufolge wurde der Glaubensgründer an einem Freitag um 9.00 Uhr auf dem Hügel Golgatha bei Jerusalem gekreuzigt. Dorthin hatte er sein Kreuz aus Jerusalem selbst getragen. Sechs Stunden später starb er, heißt es. Nach christlichem Glauben stand er drei Tage später wieder von den Toten auf. Seine Auferstehung, in der sie einen Beleg für das ewige Leben der Menschen auch nach ihrem Tod sehen, feiern die Christen mit dem Osterfest.

Neben dem Karfreitag wird in Jerusalem das jüdische Purim-Fest gefeiert. Die Muslime feierten am gestrigen Donnerstag den Geburtstag ihres Propheten Mohammed.

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