Gaddafi versteckt sich in Spitälern

Libyen

Gaddafi versteckt sich in Spitälern

Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi ist nach Informationen des britischen Geheimdienstes von den wochenlangen Bombardements zunehmend zermürbt. Derzeit verstecke sich Gaddafi jede Nacht in einem anderen Krankenhaus vor den Angriffen der Alliierten, berichteten britische Medien am Freitag unter Berufung auf Quellen des Geheimdienstes MI6. "Er flieht von einem Ort, den wir nicht bombardieren, zum nächsten", sagte ein britischer Diplomat laut "Guardian" und "Daily Telegraph" am Rande des G8-Gipfels im französischen Deauville.

Außerdem würden führenden Kommandanten des libyschen Regimes ihre Handys nicht mehr benutzen, sagte der Diplomat. Das geschehe offenbar aus Sorge, abgehört zu werden. "Es ergibt sich derzeit das Bild eines sehr paranoiden Mannes und eines Regimes, das sich zunehmend unter Druck fühlt und beginnt zu zerfallen." Es sei daher der richtige Zeitpunkt, den Druck erneut zu erhöhen. "Je mehr er denkt, dass sich die Dinge gegen ihn entwickeln, desto besser."

Großbritannien hatte am Donnerstagabend entschieden, Hubschrauber bei der Bekämpfung der Truppen Gaddafis einzusetzen. Auch Frankreich plant die Entsendung von Kampfhubschraubern. Damit soll die Treffgenauigkeit der Angriffe gegen die Gaddafi-Truppen erhöht werden. Gaddafi hatte sich vor rund zwei Wochen zuletzt öffentlich gezeigt.

Ex-Notenbankchef übergelaufen
Unterdessen hat sich Libyens Ex-Notenbankchef Farhat Omar Bin Guidara auf die Seite der Rebellen geschlagen. "Ich habe Libyen am 21. Februar verlassen. Anfang März habe ich mich von dem Regime losgesagt. Wegen der Art meiner Tätigkeit habe ich keine Pressemitteilung herausgegeben", sagte Bin Guidara dem Nachrichtensender Al Arabiya am Freitag. "Ich habe meinen Rücktritt bekanntgegeben und nun unterstütze ich den Interimsrat (Rebellen)", fügte Guidara hinzu. Im März war der damalige Außenminister Mussa Kussa nach Großbritannien geflohen. Die Rebellen fordern den Rücktritt des seit mehr als vier Jahrzehnten herrschenden Staatschefs.


 

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