Mafia wollte EU-Parlamentarier töten

Anschlag geplant

© EU Parlament

Mafia wollte EU-Parlamentarier töten

Die Mafia hat an einem Plan zur Ermordung des italienischen EU-Parlamentariers und Ex-Bürgermeisters der sizilianischen Stadt Gela, Rosario Crocetta, gefeilt. Außerdem plante das organisierte Verbrechen die Tötung der Cousine eines sizilianischen Staatsanwaltes, die versehentlich für seine Schwester gehalten wurde. Wegen dieser Pläne wurden fünf Haftbefehle gegen prominente Mafiabosse der Stadt Gela erlassen, die sich wegen anderer Verbrechen bereits in Untersuchungshaft befinden, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Anti-Mafia-Kämpfer
Crocetta, Mitglied der oppositionellen Demokratischen Partei (PD), ist einer der bekanntesten Anti-Mafia-Kämpfer in Italien. Dort genießt er rund um die Uhr höchsten Polizeischutz. Seit seiner Wahl ins Europaparlament fordert Italien vergeblich, dass ihm auch in Brüssel entsprechender Schutz gewährt wird. Solange dies nicht der Fall sei, könne er nicht an den Sitzungen in Brüssel teilnehmen, teilte er kürzlich in einem Schreiben an Parlamentspräsident Jerzy Buzek mit. In Straßburg wird Crocetta von drei französischen Polizisten bewacht.

Keine Beschäftigung für Mafiosi
Der 57-jährige Crocetta wurde im März 2003 mit seiner Wahl zum Bürgermeister der sizilianischen Hafenstadt Gela zum Erzfeind der Mafiosi. Er erarbeitete sich seither einen Ruf als härtester Antimafia-Politiker. Mit seinem Amtsantritt verfügte er, dass jeder Betrieb, der einen öffentlichen Auftrag erhält, nicht nur selbst ein Antimafia-Zertifikat vorweisen, sondern gleiches auch für seine Subunternehmer garantieren muss.

Außerdem darf in keinem Betrieb, der für die Stadt tätig wird, ein vorbestrafter Mafioso beschäftigt sein. Crocetta setzte auch durch, dass nicht nur der Sieger eines Ausschreibungsverfahrens den Antimafia-Kriterien genügen muss, sondern alle Bewerber. Durch Crocettas Anzeigen wurden in den vergangenen Jahren 852 Mafiosi verhaftet, über 100 Unternehmer in Gela zeigten Erpressungen durch die Mafia an. Immer wieder wurde der Ex-Bürgermeister bedroht.

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