Massen-Exodus aus Libyen

Flucht vor Gaddafi

© Reuters

Massen-Exodus aus Libyen

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Nach der Androhung einer blutigen Niederschlagung der Proteste in Libyen durch Staatschef Muammar al Gaddafi ist die Situation im Land völlig ungewiss. Parlamentspräsident Mohamed Swei sagte, in den meisten großen Städten sei wieder Ruhe eingekehrt. Libyens UNO-Botschafter Ibrahim Dabbashi warnte hingegen vor der Gefahr eines Völkermords und berichtete von neuer Gewalt im Westen des Landes. Laut der israelischen Tageszeiten "Haaretz" soll Gaddafi jetzt Pipelines und Ölfelder in Brand stecken. Tausende sind auf der Flucht. Der libysche Ex-Justizminister will über Beweise verfügen, dass Gaddafi den Lockerbie-Anschlag im Jahr 1988 höchstperönlich angeordnet hat. Die EU konnte sich nicht zu Sanktionen gegen Libyen durchringen. Die AUA stellt alle Flüge nach Libyen bis Sonntag ein. Verfolgen Sie hier die aktuelle Entwicklung - in unserem großen LIVE-TICKER.

Die Ereignisse des 10. Protesttages in Libyen zum Nachlesen:

22:55 Uhr: UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon will dafür sorgen, dass die Verantwortlichen für die derzeit in Libyen ausgeübte Gewalt vor einem internationalen Gericht zur Rechenschaft gezogen werden. "Diejenigen, die das brutale Blutvergießen an Unschuldigen befehlen, müssen bestraft werden", verlangte Ban am Mittwochabend vor Journalisten in New York.

22:21 Uhr: Mit dem anschwellenden Flüchtlingsstrom mehren sich auch die Nachrichten von Gräuel-Taten aus dem abgeschottenen Land: Mustafa Ali aus der ägyptischen Provinz Minia sagte der Nachrichtenagentur dpa, fünf seiner Verwandten, die ebenso wie er selbst in Benghazi gearbeitet hatten, seien vor einigen Tagen von libyschen Soldaten in eine Kaserne verschleppt und dort gefoltert worden. Erst als der Stützpunkt von Aufständischen gestürmt wurde, habe man sie verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die befreiten Folteropfer hätten berichtet, andere Ägypter seien in der Kaserne getötet worden. Mustafa Ali sagte, er selbst sei in seiner Wohnung in Benghazi, die er mit zwei anderen Ägyptern geteilt habe, von bewaffneten Afrikanern in Zivil überfallen und ausgeraubt worden.

22:11 Uhr: "Von Tobruk bis Darna haben sie ein regelrechtes Massaker angerichtet", sagte der französische Arzt Gérard Buffet im Interview mit dem Wochenmagazin Le Point. 2.000 Menschen seien allein in Benghasi zu Tode gekommen.

22:04 Uhr: Britische Heimkehrer berichten von furchteinflößenden Szenen: Jane Macefield ist dem Grauen im letzten Moment entkommen. "Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so sehr gefürchtet wie letzte Nacht", sagt die 52-jährige Lehrerin, nachdem sie am Mittwochabend in London gelandet ist. "Ich wusste gar nicht mehr, ob ich vor Kälte oder vor Angst zittere." Macefield und ihr Mann gehören zu einer Gruppe von Lehrern einer internationalen Schule in Tripolis, die am Mittwoch ausgeflogen wurde. "Mindestens 20 Explosionen" von Bomben oder Granaten habe sie gehört. Über der Stadt seien ständig Flugzeuge gekreist.

21:35 Uhr: "Dieser Mann ist zu allem fähig", sagte der ehemalige Botschafter Libyens bei der Arabischen Liga in Kairo, Abdulmoneim al-Honi, in einem Interview der Zeitung "Al-Hayat" (Mittwoch). Der Sturz des Regimes sei nur noch eine Frage von Tagen. Er rechne dennoch mit weiterem Blutvergießen.

21:17 Uhr: Entgegen früherer Meldungen konnte sich die EU doch nicht zu Sanktionen gegen das libysche Regime durchringen. Die EU-Mitgliedstaaten sind lediglich "bereit" zu Sanktionen gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi, falls die Gewalt nicht sofort ende, teilte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Mittwochabend nach Beratungen der 27 EU-Mitgliedstaaten in Brüssel mit.

Immerhin: Die Staaten stoppten ihre Waffenexporte (!) nach Libyen und legten Gespräche über ein Kooperationsabkommen auf Eis.

21:02 Uhr: Die Widerstands-Plattform libyafeb17.com zeigt ein erschütterndes Video von toten Soldaten, aufgenommen in der Hafenstadt Derna. Die Männer wurden hingerichtet, nachdem sie sich geweigert hatte, auf Landsleute zu schießen, so die Website.

20:41 Uhr: Die Vereinten Nationen haben der Tochter des libyschen Revolutionsführers den Titel einer UN-Ehrenbotschafterin entzogen. Angesichts der "jüngsten Entwicklungen" in Libyen sei die Zusammenarbeit mit Aischa al-Gaddafi beendet worden, sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch in New York. Die Juristin war im Juli 2009 zur Ehrenbotschafterin des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) ernannt worden. Zu ihren Aufgaben hatte das Eintreten gegen die Verbreitung von Aids und gegen die Unterdrückung von Frauen gezählt.

20:21 Uhr: Tripolis ist nach Augenzeugenberichten "völlig abgeriegelt". Pro-Gaddafi-Milizen beherrschen die Straßen. Benghasi, Tobruk, Derna und andere Städte, in denen die Demonstranten die Kontrolle übernommen haben, feiern unterdessen ihre Befreiung von Gaddafi. Diese Städte werden nun von "Volks-Komitees"geleitet.

20:03 Uhr: In Libyen befinden sich nach Angaben des Außenministeriums noch rund 70 ausreisewillige Österreicher. Nachdem die AUA ihre Flüge bis Sonntag vorerst eingestellt hat, wird versucht, den 30 Ausreisewilligen in Tripolis die Ausreise über den Landweg zu ermöglichen. Für die 40 bis 45 Österreicher in anderen Landesregionen wird eine Evakuierung über den Seeweg versucht. Rund 15 Österreicher wollten im Land bleiben.

19:29 Uhr: Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) kann bis auf weiteres nicht gegen den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi vorgehen. "Die Entscheidung, in Libyen Gerechtigkeit herzustellen, sollte vom libyschen Volk selbst gefällt werden", sagte UN-Chefankläger Luis Moreno-Ocampo am Mittwoch zu entsprechenden Forderungen von Regimegegnern. Die Staatsanwaltschaft des IStGH in Den Haag habe dazu keine Handhabe.

19:23 Uhr: Die AUA hat mit der Landung der Linienmaschine von Tripolis am Mittwochabend ihre Flüge nach Libyen vorerst eingestellt. "Wir haben heute Abend beschlossen, dass wir die Flüge nach Tripolis zunächst bis einschließlich Sonntag, den 27. Februar, einstellen", erklärte die AUA am Abend. Die Informationslage sei jetzt nicht mehr eindeutig und lasse daher derzeit keine klare Beurteilung der Situation in Tripolis zu.

"Wir beobachten die Lage weiter sehr genau. Wir treffen am Montag weitere Entscheidungen", erklärte das AUA-Management. AUA-Vorstand Andreas Bierwirth informiert zur Stunde eine Vereinigung von Geschäftsreisenden über die allgemeine Lage bei der AUA.

19:19 Uhr: AUA stellt Flüge nach Tripolis vorerst bis Sonntag ein

18:54 Uhr: Der stellvertretende Außenminister Khaled Khaim hat EU-Botschaftern in Tripolis mitgeteilt, dass Al-Kaida ein islamistisches Emirat in der Hafenstadt Derna errichtet haben soll. Es werde von Abdelkarim al-Hasadi, einem ehemaligen Häftling in Guantanamo, geleitet. Bewohner der Stadt weisen die Behauptung zurück. Khaim wolle damit lediglich "Europa in Angst versetzen".

18:38 Uhr: Die Evakuierungsaktionen zahlreicher Länder sind auch am Mittwoch weitergegangen. Portugal flog mit einer Maschine der Luftwaffe weitere 75 Ausländer aus Libyen aus. Auch Syrien will nun Schiffe an die libysche Küste entsenden. Unterdessen protestierten Dutzende von Gegnern des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi am Mittwoch vor der Botschaft des Wüstenstaates in Rom.

18:28 Uhr: EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sagte am Mittwoch in Brüssel: "Es ist vollkommen inakzeptabel, dass die Armee Gewalt gegen Zivilisten anwendet." Er bot dem libyschen Volk die Unterstützung der EU an. "Wir stehen bereit, um die Ziele des libyschen Volkes zu unterstützen", sagte Barroso. Konkret nannte er die Nachbarschaftshilfe der EU.

18:26 Uhr: In Benghazi wurden laut Libyan Youth Movement Untergrundgefängnisse entdeckt. 1.500 Demonstrangen, die seit 15. Februar festgehalten wurden, konnten befreit werden.

18:22 Uhr: "Sie haben sich auf eine Erklärung geeinigt, dass es weitere Maßnahmen geben soll - damit sind Sanktionen gemeint", sagte ein EU-Diplomat am Mittwoch in Brüssel. Die EU werde erklären, dass alle für die brutalen Aggressionen und die Gewalt in Libyen Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die EU habe außerdem beschlossen, die Verhandlungen mit Libyen über ein Rahmenabkommen zur Zusammenarbeit auszusetzen und "weitere Maßnahmen" zu ergreifen, hieß es nach dem Treffen des Politischen und Sicherheitspolitischen Komitees (PSK) der EU-Staaten.

18:11 Uhr: Die EU will Sanktionen gegen Libyens Führungsriege verhängen

Die Europäische Union will wegen des gewaltsamen Vorgehens gegen Demonstranten Sanktionen gegen den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi und seine Regierung verhängen. Darauf einigten sich die 27 EU-Mitgliedsstaaten nach Diplomatenangaben am Mittwoch in Brüssel. In den zuständigen Arbeitsgruppen sollen nun mehrere Maßnahmen beraten werden, die demnach von Kontosperrungen über Einreiseverbote bis hin zu einem Waffenembargo reichen können.

18:03 Uhr: Mindestens 640 Menschen wurden seit Beginn der Proteste getötet, berichtet die International Federation for Human Rights (IFHR). Diese Zahl ist doppelt so hoch wie die von der Regierung angegebenen 300 Todesopfer.

17:56 Uhr: Die AUA-Maschine, die am Vormittag von Wien nach Tripolis abgehob, befindet sich derzeit auf dem Rückflug und wird für ca. 19:00 Uhr in Wien erwartet. Planmäßig wäre die Ankunft für 16:45 vorgesehen, aber die Maschine habe möglichst lange in Tripolis gewartet, um "so viele Passagiere wie möglich" aufnehmen zu können. Die längere Aufenthaltszeit sollte es auch Passagieren ermöglichen, die etwa bei der Passkontrolle länger aufgehalten würden, den Flug noch zu erreichen, sagte AUA-Sprecher Martin Hehemann.

An Bord der Maschine befinden sich 119 Passagiere bei 196 vorhandenen Sitzplätzen. Bereits die Maschine Wien-Tripolis-Wien am gestrigen Dienstag war nicht voll ausgelastet, obwohl die AUA auf einen größeren Flieger zurückgegriffen hatte.

17:35 Uhr: Anhänger und sogar Angehörige Gaddafis suchen offenbar das Weite: Quellen der maltesischen Regierung zufolge befand sich Gaddafis Tocher an Bord eines Flugzeugs, das am vergangenen Donnerstag auf Malta landen wollte, berichtet Al-Jazeera. Wie berichtet wurde am Dienstag ein libyscher Privatjet mit der Frau eines Gaddafi-Sohnes an Bord an der Landung am Flughafen in Beirut gehindert. Zahlreiche Figuren des libyschen Regimes könnten sich unter den Passagieren befinden, so der Sender.

17:17 Uhr: Der Aufstand gegen Gaddafi hat nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation bisher mindestens 640 Menschen das Leben gekostet. Seit Beginn der Proteste seien allein in der libyschen Hauptstadt Tripolis mindestens 275 Menschen umgekommen, teilte der in Frankreich ansässige Internationale Verband der Menschenrechtsligen (FIDH) am Mittwoch mit. Weitere 230 Tote wurden demnach in der Stadt Benghazi gezählt. Die Angaben der FIDH liegen weit über den offiziellen libyschen Angaben von insgesamt dreihundert Toten.

17:09 Uhr: "Ich kann beweisen, dass Gaddafi den Befehl für Lockerbie gegeben hat", sagte Ex-Minister Mustafa Abdel Jalil der schwedischen Zeitung "Expressen" am Mittwoch. Der Minister war aus Protest gegen das brutale Vorgehen der libyschen Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten im Land am Montag zurückgetreten.

Bei dem Anschlag auf ein US-Linienflugzeug über dem schottischen Lockerbie waren im Dezember 1988 insgesamt 270 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen waren US-Bürger. Der als einziger Attentäter des Anschlags verurteilte krebskranke Libyer Abdelbasset Ali Mohammed al-Megrahi war im August 2009 von der schottischen Regionalregierung wegen seines Gesundheitszustands begnadigt worden. Diese Entscheidung hatte vor allem in den USA für Empörung gesorgt.

16:58 Uhr: Der libysche Ex-Justizminister sagt, Gaddafi habe den Befehl für den Lockerbie-Anschlag erteilt.

16:50 Uhr:  Nach der Stadt Benghazi im Osten Libyens sollen sich nun auch weitere Städte in der Hand der Aufständischen befinden. Der libysche Militärkommandant in der östlichen Stadt Tobruk sagte laut dem arabischen Fernsehsender Al-Jazeera, er sei auf der Seite der Protestierenden. Aber auch die größte Stadt im Westen der Landes, die Küstenstadt Misurata (Misrata), soll sich in der Hand der Protestteilnehmer befinden, berichtete am Mittwoch der Sender, der sich auf die Agentur AP berief.

Augenzeugen hatten zuvor bereits berichtet, Vertreter der Staatsmacht seien in Benghazi und Tobruk entweder verschwunden oder hätten sich den Aufständischen angeschlossen. Bewohner Tobruks sagten, die Stadt am Mittelmeer sei bereits seit drei Tagen in der Hand der Bevölkerung.

16:38 Uhr: Nach jüngsten Erkenntnissen sollen sich noch rund 10.000 EU-Bürger in Libyen befinden. Noch in Libyen festsitzende EU-Bürger sollen notfalls auf dem Seeweg aus dem Land gebracht werden. Die EU sei bereit, dafür zusätzliche Transportkapazitäten bereitzustellen, sagte ein Sprecher der Europäischen Kommission am Mittwoch in Brüssel.

16:29 Uhr: Die libyschen Behörden haben nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG/RSF) einen Informations-Blackout über das nordafrikanische Land verfügt. Ähnlich wie auch in Bahrain und Jemen sei die Lage sei für Journalisten zunehmend schwierig und auch bedrohlich. Internet- und Telefonleitungen werden immer wieder unterbrochen.

Die ROG-Erklärung: ROG-Erklärung: "Die Arbeit für Journalisten ist jetzt fast unmöglich; die wenigen ausländischen Korrespondenten, die schon vor der Krise in Libyen waren, stehen unter extrem scharfer Beobachtung und sind in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt."

16:22 Uhr:
In Libyen ist am Mittwoch ein Kampfflugzeug abgestürzt, nachdem die Piloten einen Befehl zum Angriff auf die Stadt Benghazi verweigert hatten. Das berichtete die libysche Zeitung "Kuryna" (Qurina) auf ihrer Website unter Berufung auf Militärkreise. Den Angaben zufolge verließen der Pilot und der Co-Pilot die Maschine kurz vor dem Absturz in der Nähe der Stadt Ajdabija und sprangen mit Fallschirmen ab.

15:51 Uhr: Terror in Tripolis: Die Schergen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi schießen wild in alle Richtungen, sie nehmen willkürlich Menschen auf den Straßen der Hauptstadt fest, sie vergewaltigen Frauen, berichten Augenzeugen.

15:40 Uhr: Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat noch nicht aufgegeben, doch in Teilen des Landes wird schon gejubelt. Die Bewohner mehrerer Städte im Osten Libyens feierten am Mittwoch die "Befreiung" ihrer Region. Augenzeugen berichteten, in den östlichen Städten Benghazi und Tobruk seien die Vertreter der Staatsmacht entweder verschwunden oder hätten sich den Aufständischen angeschlossen

15:31 Uhr: Das ägyptische Militär schickt wegen der Unruhen im Nachbarland Libyen Verstärkung an die gemeinsame Grenze. Die Einheiten sollten bei der Aufnahme der vor Chaos und Gewalt flüchtenden Ägypter helfen, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabiya.

15:05 Uhr: Demonstranten zerstören symbolisch das "Grüne Buch" des Revolutionsführers. Gaddafi hatte es 1975 verfasst. Es enthält seine politischen Ansichten:

 

14:55 Uhr:  Aus Angst vor der Gewalt in Libyen sind innerhalb von zwei Tagen mehr als 5.700 Menschen ins benachbarte Tunesien geflohen.

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14:51 Uhr:  Gaddafi soll sich mit vier Brigaden der Sicherheitskräfte auf dem Stützpunkt Bab al-Asisiya in Tripolis verschanzt haben.

14:36 Uhr: Die ausreisewilligen Österreicher in Tripolis werden möglicherweise per Fahrzeugkonvoi außer Landes gebracht, so Außenminister Spindelegger. Der Seeweg ist wegen Hafensperren dicht, am Flughafen herrscht totales Chaos.

14:34 Uhr: UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi nach Angaben der Vereinten Nationen bei einem 40 Minuten langen Telefonat ins Gewissen geredet. "Ich habe ihm ganz klar gesagt, dass die Gewalt aufhören muss - auf der Stelle", so Ban und fügte hinzu: "Das war kein einfaches Gespräch."

14:28 Uhr: Sämtliche Häfen in Libyen sind geschlossen. Es wird befürchtet, dass so die Ausreise von Ausländern behindert wird.

14:27 Uhr: Die Oppositions-Website "Libya al-Youm" meldete Ahmed Gaddaf al-Dam, ein Verwandter von Gaddafi, habe in Ägypten versucht, den Volksstamm der Awlad Ali mit Geld für den Kampf gegen die Aufständischen zu ködern. Der Stamm lehnte dies jedoch ab.

14:04 Uhr: Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hat dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi erneut mit Sanktionen gedroht, falls er die Gewalt gegen sein Volk nicht stoppt.

13:37 Uhr: In einem Telefonat mit dem TV-Sender Al-Arabija äußert sich sich Innenminister Abdulfattah Junis zum möglichen Schicksal von Gaddafi: "Er werde eher Selbstmord begehen, als ins Exil flüchten".

13:26 Uhr:  Die EU-Kommission hält sich mit einer konkreten Rücktrittsaufforderung an den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi zurück. Das libysche Volk müsse selbst über seine Führer entscheiden, erklärte ein Sprecher.

12:35 Uhr: Die Libysche Botschaft in Wien distanziert sich von der Gewalt des Gaddafi-Regimes.

12:21 Uhr: Den vorübergehenden Ausfall der eigenen Öl-Produktion in Libyen kann der OMV-Konzern ohne Probleme und im Wesentlichen ohne Mehrkosten durch Zukauf aus anderen Quellen ersetzen. Jedoch sei es "für uns nicht akzeptabel, dass in Libyen derzeit Menschen sterben", sagt OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer.

Gaddafis Wutrede: Hier das Video:

12:08 Uhr: Ein Privatjet mit der libanesischen Ehefrau einer der Söhne von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi an Bord durfte nicht auf dem Flughafen Beirut landen. Die libanesischen Flugbehörden weigerten sich am Dienstag eine Landegenehmigung für den internationalen Flughafen in Beirut zu erteilen, nachdem Libyen die Identität der Insassen nicht preisgeben wollte.

11:12 Uhr: In Libyen könnten nach italienischen Angaben bei dem gewaltsamen Vorgehen der Führung gegen Demonstranten bis zu 1000 Menschen ums Leben gekommen sein.

10:51 Uhr: Israelische Medien berichten, Gaddafi habe angeordnet, die Ölpipelines des Landes in Brand zu stecken. Einem Insider mit Kontakten zum Geheimdienst zufolge ist nun Gaddafis Devise: "Entweder ich oder das Chaos".

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09:46 Uhr: Italien erwartet den Ansturm von bis zu 300.000 Flüchtlingen. Heute beraten die Innenminister der EU-Mittelmeerländer in Rom über die schweren Unruhen in Nordafrika. Das Treffen der Minister von Italien, Zypern, Frankreich, Griechenland, Malta und Spanien wurde vom italienischen Innenminister Roberto Maroni einberufen

09:31 Uhr: Die Evakuierung von Österreichern aus dem Unruheland Libyen ist vorerst abgeschlossen. "Unsere Staatsbürger sind - zumindest zum Großteil - jetzt weg aus Libyen", sagte Außenminister Michael Spindelegger (V)

09:27 Uhr: Im Kampf gegen Diktaturen -a uch gegen Libyen-  während der vergangenen zehn Jahre hat die internationale Gemeinschaft "sehr, sehr versagt", so der österreichische Menschenrechtsexperte Manfred Nowak .

09:02 Uhr: Italiens Premier Berlusconi telefonierte mit Gaddafi. Er bat um eine friedliche Lösung des Konflikts.

09:01 Uhr: Das libysche Innenministerium veröffentlicht erste Opferzahlen: Demzufolge soll es 300 Tote geben. Doch Beobachter gehen von weit mehr Toten aus.

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08:33 Uhr:  Am Flughafen in Tripolis spielen sich chaotische Szenen ab: Tausende Menschen wollen ausreisen. Die Sicherheitskräfte schikanieren sie mit Kontrollen. Vor den Schaltern der Airlines prügeln sich Menschen um Tickets. Heute fliegt eine weitere AUA-Maschine nach Libyen, um Europäer heimzuholen.

Diashow Massen-Exodus aus Libyen
Banges Warten am Airport

Banges Warten am Airport

Eine deutsche Transall steht bereit

Eine deutsche Transall steht bereit

Wer kann, flieht..

Wer kann, flieht..

..doch Geduld ist gefragt

..doch Geduld ist gefragt

Tausende sind auf der Flucht vor Gaddafis Schergen

Tausende sind auf der Flucht vor Gaddafis Schergen

Der Aufstand geht weiter

Der Aufstand geht weiter

Die Demonstranten wollen bis zum Äußersten gehen...

Die Demonstranten wollen bis zum Äußersten gehen...

...Teile der Armee sind übergelaufen.

...Teile der Armee sind übergelaufen.

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  Diashow

07:55 Uhr: Die Arabische Liga will Libyen vorerst von Treffen der Organisation ausschließen, so lange die Behörden nicht auf die Forderungen der Demonstranten reagieren und die Sicherheit des Volkes gewährleisten.

07:11 Uhr: Untergeneralsekretär Lynn Pascoe bestätigte in Vertretung von Generalsekretär Ban Ki-moon, dass es in Libyen Gerüchte um den Einsatz ausländischer Soldaten gebe. Diese hätten als Söldner für Gaddafi angeheuert. 30.000 sollen es sein. Sie haben den Befehl, auf Aufständische zu schießen.

06:37 Uhr: Libyens Vizebotschafter Ibrahim Dabbashi, der sich am Tag zuvor von Gaddafi losgesagt hatte, sprach im Sicherheitsrat von einem "beginnenden Völkermord".

05:14 Uhr: "Wir sind sehr besorgt, verurteilen die Gewalt und bedauern den Tod hunderter Menschen", heißt es in dem kurzen Text, der von allen 15 Nationen des mächtigsten UN-Gremiums, darunter auch Deutschland, gebilligt wurde.

04:50 Uhr: Die Vereinten Nationen haben den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi zum sofortigen Stopp der Gewalt gegen Demonstranten aufgefordert

 

Lesen Sie hier weiter: So rastete Gaddafi im TV aus:

 

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