05. September 2009 18:47
Einige zehntausend Atomkraftgegner aus ganz Deutschland haben sich am
Samstag in Berlin zu einer Großdemonstration versammelt. Angeführt von rund
50 Traktoren und anderen Fahrzeugen setzte sich der bunte Zug am Mittag vom
Hauptbahnhof aus durch Berlin-Mitte zum Brandenburger Tor in Bewegung. Dort
war am Nachmittag eine Kundgebung geplant.
Traktoren
Unter dem Motto "Mal richtig abschalten" fordert die
von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen getragene Demonstration die
Stilllegung aller Atomkraftwerke und die Schließung der Endlager, unter
anderem Gorleben im Wendland. Von dort aus waren in der vergangenen Woche
rund 350 Traktoren nach Berlin gestartet. Nach Angaben der Organisatoren
waren am Samstag rund 400 Traktoren in der Hauptstadt. Viele hatten mit
ihren Besatzungen die Nacht auf einem Feld in Gatow im Westen Berlins
verbracht.
Die Demonstranten waren laut Organisatoren aus über 100 Städten nach Berlin
gereist. Es seien allein drei Sonderzüge unterwegs gewesen. Die
Traktoren, die nicht im Demonstrationszug mitfahren konnten, nahmen
unterdessen Aufstellung vor dem Brandenburger Tor.
Unterstützung
Die Polizei war mit 600 Beamten in Einsatz.
500 Polizisten stellte die Hauptstadt, 100 kamen aus dem deutschen
Bundesgebiet, wie die Einsatzleistung mitteilte. Auch die Grünen, die Linken
und die SPD unterstützen die Aktion, wie der Sprecher der Veranstalter,
Jochen Stay, sagte. "Wir freuen uns über alle, die sich am Protest
beteiligen. Trotzdem legen wir Wert auf unsere parteipolitische
Unabhängigkeit", sagte Stay.
Der bunte Zug der Demonstranten wurde beherrscht von gelb-roten Fahnen mit
dem Schriftzug "Atomkraft? Nein danke". Viele schwenkten die Fahnen der
Grünen. Auch die grün-orange Flagge der "Republik Freies Wendland" war
darunter. Einige Traktoren zogen Anhänger. Ein Wagen war mit gelben Fässern
beladen. Darauf standen große Puppen in Anzügen und mit Schweineköpfen in
kämpferischen Posen, die Fahnen schwenkten. "Der Trog bleibt, die Schweine
wechseln", war an den Wagenseiten zu lesen.