Massenproteste gegen FARC in Kolumbien

2 Mio Menschen

 

Massenproteste gegen FARC in Kolumbien

Mehr als zwei Millionen Menschen haben in Kolumbien gegen die FARC-Rebellen protestiert und die Freilassung aller Geiseln gefordert. Die meist in weiße Kleidung gehüllten Demonstranten riefen am Montag Slogans wie "Nein zur Geiselnahme" oder "FARC, es reicht". Insgesamt hatten die Organisatoren in weltweit 160 Städten zu Aktionen aufgerufen. In mehr als einem Dutzend Ländern gingen FARC-Gegner auf die Straßen.

Mega-Mobilisierung
Es war die größte Mobilisation gegen die linksgerichteten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) in ihrer Geschichte. Kritiker, unter ihnen auch Angehörige von Geiseln, sprachen allerdings von einer Propagandaaktion der kolumbianischen Regierung.

In Bogotá demonstrierten nach Polizeiangaben mehr als 1,2 Millionen Menschen gegen die FARC. In Medellín im Nordwesten des Landes gaben die Behörden die Teilnehmerzahl mit knapp 500.000 an, auch in Cali im Südwesten gingen laut offiziellen Angaben eine halbe Million Menschen auf die Straße. Kleinere Demonstrationen wurden aus rund 40 weiteren kolumbianischen Städten gemeldet.

Die Veranstalter der Demonstrationen bezeichneten sich selbst als unabhängig - wurden aber massiv von den Behörden unterstützt, im Ausland organisierten die kolumbianischen Botschaften die Proteste. Die Regierung hatte in den Medien mehrfach zur Teilnahme an den Veranstaltungen aufgerufen und ihren Appell mit Fotos von FARC-Geiseln hinter Stacheldraht untermauert. Sie sah in dem Protest ein klares Votum gegen die FARC. "Heutzutage vertrauen die Menschen mehr dem Staat und der Armee", sagte Präsident Alvaro Uribe im Fernsehen.

Proteste finden weltweit statt
Auch im Ausland gingen Menschen gegen die FARC auf die Straße, darunter in mehr als einem halben Dutzend lateinamerikanischer Länder. Aber auch in den USA, Kanada, Japan und Großbritannien sowie Spanien, Italien und Frankreich versammelten sich FARC-Gegner. In Paris versammelten sich 200 Menschen, hauptsächlich Kolumbianer. Allerdings wurde die Aktion von der Familie der französisch-kolumbianischen FARC-Geisel Ingrid Betancourt scharf kritisiert. "Wir verurteilen diese Manipulation. Es ist Propaganda und komplett von der Regierung organisiert", sagte ihre Schwester Astrid Betancourt.

Zwei im vergangenen Monat von der FARC freigelassene Geiseln, Ingrid Betancourts ehemalige Mitarbeiterin Clara Rojas und die frühere kolumbianische Abgeordnete Consuelo González schlossen sich den Protesten dagegen an. Rojas forderte die Rebellen auf, "die Botschaft, die Kolumbien euch sendet, zu erhören".

Rebellen halten weiter Geiseln
Die FARC halten in Kolumbien zwischen 700 und 1000 Geiseln fest und machen damit Druck auf die Regierung in Bogotá. Die Rebellen wollen etwa 40 Geiseln im Austausch gegen rund 500 FARC-Kämpfer freilassen, die in kolumbianischen Gefängnissen sitzen. Außerdem fordern sie die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone im Südwesten des Landes, was Uribe jedoch strikt ablehnt. In einer Erklärung vom Samstag kündigte die FARC die Freilassung von drei bereits 2001 verschleppten Ex-Abgeordneten an.

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