24. Juni 2009 19:45
Die Zahl der Toten nach dem schweren Anschlag in Bagdad am Mittwoch ist auf
mindestens 72 gestiegen. Die Polizei sprach von etwa 127 Verletzten. Der
Anschlag erschütterte die irakische Hauptstadt knapp eine Woche vor dem
geplanten Abzug der US-Soldaten aus allen Städten und Dörfern. Ein
Augenzeuge berichtete, auf einem belebten Marktplatz im vor allem von
Schiiten bewohnten östlichen Stadtteil Sadr City sei ein Sprengsatz unter
einem Transportmotorrad, wie sie von Händlern benutzt werden, detoniert. Es
war einer der schwersten Anschläge in diesem Jahr in der irakischen
Hauptstadt.
Neue Terrorwelle
In den vergangenen Tagen hat eine neue
Terrorwelle den Irak erfasst. Die Regierung sieht sie im Zusammenhang mit
dem Rückzug der US-Truppen. Sie sollen bis Ende des Monats die Städte und
Dörfer verlassen und sich auf Stützpunkte außerhalb zurückgezogen haben. Die
jüngsten Anschläge schüren die Angst der Menschen vor einer möglichen
Verschlechterung der Sicherheitslage nach dem Rückzug. Die irakische
Regierung zeigt sich aber überzeugt, dass sie die Sicherheitslage in den
Griff bekommt.
Weitere Anschläge
Einen Tag nach dem Blutbad auf einem Markt
in Bagdad haben am Donnerstag neue Terroranschläge das Land erschüttert. In
Bagdads Al-Bayaa-Viertel starben vier Menschen durch eine Bombenexplosion.
Neun Iraker wurden verletzt. In der westlichen Stadt Falluja kamen fünf
Soldaten der irakischen Armee ums Leben, als ein Sprengsatz neben ihrer
Patrouille detonierte. Neun Soldaten erlitten nach Angaben aus
Sicherheitskreisen Verletzungen.
Die Zahl der Todesopfer der Explosion auf einem Markt im Schiiten-Vorort
Sadr-City stieg unterdessen auf 74. 150 Menschen seien durch den Anschlag am
Mittwochabend verletzt worden, erklärte ein Sprecher der Sicherheitskräfte.
Ein Augenzeuge hatte berichtet, die Bombe sei unter einem mit Obst beladenen
Motorrad versteckt gewesen. Es war einer der schwersten Anschläge in der
irakischen Hauptstadt heuer.