Metalband verletzt religiöse Gefühle

Polnische Partei

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Metalband verletzt religiöse Gefühle

Vier Abgeordnete der polnischen rechtskonservativen Oppositionspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) haben eine Anzeige gegen den Frontmann der polnischen Deathmetal-Band Behemoth Adam Darski eingebracht. Der Musiker hätte ihre religiösen Gefühle verletzt, erklärten die Parlamentarier bei der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft in Gdynia. Die PiS-Politiker bezogen sich auf ein Konzert der Band, bei dem Darski eine Bibel zerriss und die herausgerissenen Blätter in die Zuschauermenge warf.

Schutz vor Sekten
Die Bibelblätter seien dann laut Augenzeugen durch Fans der Gruppe verbrannt worden. Darski habe auch gesagt, das die katholische Kirche eine "verbrecherische Organisation" sei. Die Staatsanwaltschaft in Gdynia führt nun bereits zum zweiten Mal Ermittlungen in diesem Fall. Die erste Ermittlung war 2008 vom Amt nach Medienberichten eingeleitet worden, die über den Verlauf eines Konzerts vom Vorsitzenden des Polnischen Komitees für Schutz vor Sekten, Ryszard Nowak, benachrichtigt worden waren.

Verfahren damals eingestellt
Die Ermittlungen wurden damals eingestellt, weil sich Nowak als einziger Betroffener in der Sache erwiesen habe. Das polnische Recht erfordert in solchen Fällen aber mindestens zwei betroffene Personen. Daraufhin erstatte Nowak eine Anklage als Privatperson. Das Gericht tilgte aber auch diesen Prozess.

Anzeige provozierte Prozess
Dann zog Frontsänger Darski Nowak wegen Verleumdung vor Gericht, weil Nowak den Musiker in einem Presseinterview als "Verbrecher" bezeichnet habe. Die PiS-Politiker, Andrzej Jaworski, Zbigniew Kozak und Jolanta Szczypinska und der ehemalige Europa-Abgeordnete Hanna Foltyn-Kubicka, erklärten nun offen, dass ihre jetzt eingebrachte Anzeige durch diesen Prozess gegen Nowak provoziert wurde.

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