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Mindestens zwölf Tote bei Protesten in Kenia

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Mindestens zwölf Tote bei Protesten in Kenia

Bei neuen schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Kenia sind am Freitag nach Augenzeugenberichten mindestens zwölf Menschen getötet worden. Reuters-Journalisten sahen in einer Hochburg der Opposition in einem Slum der Hauptstadt Nairobi nach Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten am Freitag vier Leichen. Auch im Südwesten des Landes kamen bei Kämpfen rivalisierender Volksgruppen Behördenangaben zufolge vier Menschen zu Tode. Aus der Hafenstadt Mombasa meldeten die Gegner Kibakis den gewaltsamen Tod eines jungen Mannes. Die Opposition wirft dem Staatschef vor, die Präsidentenwahl vom 27. Dezember gefälscht zu haben.

Festgenommene Deutsche wieder freigelassen
Die in Kenia festgenommenen Deutschen Andrej Hermlin und Uwe Hauth sind wieder frei. Auch die Niederländerin Fleur Van Dissel sei am Samstag aus der Haft entlassen worden, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Die deutsche Botschaft in Nairobi habe sich für die Festgenommenen eingesetzt. Hermlin wird nach den Angaben seiner Frau Joyce bereits am Sonntag wieder zurück nach Deutschland kommen. "Er hat mich aus Kenia angerufen. Es geht ihm gut", sagte sie. Er habe nicht erklärt, warum er freigelassen wurde.

Terrorismusverdacht
Hermlin und Hauth waren in der Nacht zu Freitag unter Terrorismus-Verdacht festgenommen worden. Bei ihnen seien Fotos von "wichtigen Einrichtungen" des Landes gefunden worden und sie hätten sich verdächtig verhalten, erklärte Kenias Polizei am Freitag. Die Festgenommenen seien als Journalisten eingereist. Die Zeitschrift "Super Illu" erklärte, der 42-jährige Hermlin - Sohn des verstorbenen Schriftstellers Stephan Hermlin und bekannter Swing-Musiker in Berlin - habe für das Blatt an einer Reportage über die Zustände in Kenia gearbeitet.

Hermlin hatte Anfang Jänner Präsident Mwai Kibaki Wahlfälschungen vorgeworfen. Nach eigenen Worten kennt er den kenianischen Oppositionsführer Raila Odinga persönlich. Der Berliner Musiker ist mit einer Kenianerin verheiratet.

In diplomatischen Kreisen hieß es, Hermlin und der Fotograf Hauth hätten in Kenia an einer Geschichte gearbeitet und eine Art journalistische Akkreditierung besessen. Ein Sprecher der kenianischen Oppositionsbewegung ODM sagte, die Niederländerin van Dissel habe an einer Dokumentation über Odinga gearbeitet.

Durch vergifteten Pfeil getötet
Unter den Toten im Südwesten Kenias war auch ein Angehöriger vom Kibakis Kikuyu-Volksgruppe, der nach Polizeiangaben von einem vergifteten Pfeil getroffen wurde. Regierungsfeindliche Maasai und Kikuyu liefern sich seit Donnerstag heftige Auseinandersetzungen, bei denen Häuser und Geschäfte angezündet wurden. Bei den Kämpfen zwischen Anhängern Kibakis und seines Herausforderers Raila Odinga sind annähernd 1.000 Menschen getötet worden.

Opposition will Strategie ändern
Nach den Demonstrationen der vergangenen Tage will die Opposition die Strategie ihres Protests ändern. Die Demonstrationen sollten nach den Kundgebungen am Freitag eingestellt werden, sagte der Sprecher der Orange Demokratiebewegung (ODM), Salim Lone, dem BBC-Hörfunk: "Die Massenproteste sind fürs erste vorbei." Künftig wolle die ODM andere Formen des Widerstands anwenden. Geplant seien kleinere Streikaktionen oder Boykotte von Unternehmen, die Anhängern Kibakis gehörten.

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