Ministerpräsident wegen Koch-Show angeklagt

Thailand

© Reuters

Ministerpräsident wegen Koch-Show angeklagt

Ein Nebenjob als Fernsehkoch hat den um sein politisches Überleben kämpfenden thailändischen Regierungschef Samak Sundaravej vor den Kadi gebracht. Der 73-Jährige, dessen Sturz seit tausende Demonstranten seit zwei Wochen fordern, musste sich am Montag auch noch wegen Schwarzarbeit vor dem Verfassungsgericht verantworten.

Verfassungswidrig
Oppositionspolitiker hatten ihn im Frühjahr angezeigt, weil ein Regierungschef nach der Verfassung keine weitere Tätigkeit ausüben darf. Samak sagte, er habe nur frei gearbeitet und grünes Licht von Anwälten gehabt. Das Gericht wollte sein Urteil an diesem Dienstag fällen.

Samak hatte seine Kochschau im Fernsehen auch nach Antritt seines Amtes am 6. Februar fortgesetzt. Die Einnahmen habe er seinem Fahrer gegeben, sagte er. "Ich habe das gemacht, weil es mir Spaß macht", sagte Samak. "Ich war der erste Fernsehkoch, der mitten auf dem Markt gekocht hat - und das Essen war köstlich", fügte er hinzu. Die Verfassung verbietet Nebenjobs, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

Unruhen
Der Regierungschef wird seit Wochen von einer außerparlamentarischen Opposition bedrängt. Seit zwei Wochen halten tausende Demonstranten den Regierungssitz besetzt. Samak musste in ein anderes Büro umziehen. Sie werfen der Regierung vor, für die Interessen des vor zwei Jahren gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra zu arbeiten. Thaksin ist in Großbritannien im Exil.

Der Armeechef hat einen neuen Militärputsch bisher ausgeschlossen. Ein General, der das Verteidigungsministerium berät, sagte der "Bangkok Post" allerdings, ein neuer Coup sei nicht zu umgehen, wenn die Krise anders nicht gelöst werden könne.

Außenminister zurückgetreten
Vergangene Woche war der erst seit wenigen Wochen amtierende Außenminister zurückgetreten - aus familiären Gründen, wie es hieß. Tej Bunnags Vorgänger, ein früherer Anwalt Thaksins, musste nach einem Grenzkonflikt mit Kambodscha gehen. Neuer Außenminister ist der Karrierediplomat und frühere Botschafter in Frankreich, Saroj Chavamaviraj (66). Er bekam bereits die nötige Zustimmung des Königs, teilte die Regierung am Montag mit.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 7

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen