Moskau und Kiew legen Gasstreit bei

Vertrag fix

Moskau und Kiew legen Gasstreit bei

Im Gasstreit mit Moskau hat sich die Ukraine offenbar mit ihrer Forderung durchgesetzt, ihr Gas in Zukunft ohne Zwischenhändler von Russland zu kaufen. Darauf einigten sich die staatlichen Energiekonzerne beider Länder, Gazprom und Naftogaz, am Donnerstag in Moskau.

Kiew werde seine Schulden für die Lieferung von russischem Gas seit Jahresanfang wie gefordert zu einem Preis von 315 Dollar (204 Euro) pro 1.000 Kubikmeter begleichen, teilte Gazprom mit. Anfang März hatte Russland wegen offener Rechnungen dem Nachbarland den Gasfluss schrittweise auf die Hälfte gedrosselt.

Von April bis Dezember wird Gazprom oder eine Tochterfirma des russischen Gasriesen gemäß der Einigung 7,5 Mrd. Kubikmeter Gas direkt an die ukrainische Industrie liefern. Etwa 50 Mrd. Kubikmeter bezieht die Ukraine zu einem Preis von 179,5 Dollar pro 1.000 Kubikmeter aus Zentralasien. Allerdings haben die zentralasiatischen Länder Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan für 2009 eine Anhebung des Preises für ihr Gas auf europäisches Niveau angekündigt.

Die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko hatte auf einen direkten Gashandel ohne Zwischenhändler zwischen Russland und der Ukraine bestanden. In den vergangenen Jahren hatte Gazprom das aus Zentralasien importierte Erdgas an den Zwischenhändler RosUkrEnergo verkauft. RosUkrEnergo gehört zur Hälfte Gazprom, die andere Hälfte der Anteile halten zwei ukrainische Geschäftsleute. RosUkrEnergo verkaufte das Gas weiter an UkrGasEnergo, ein Joint Venture, das zur Hälfte der RosUkrEnergo und zur Hälfte der staatlichen ukrainischen Naftogaz gehört.

Anfang 2006 hatte Gazprom der Ukraine für einige Tage den Gashahn zugedreht. Daraufhin kam auch in der EU vorübergehend weniger Gas an, weil die Ukraine Gas aus den Transitleitungen abzapfte.

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