Nazi-Paar soll von Mordanschlag gewusst haben

Passau

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Nazi-Paar soll von Mordanschlag gewusst haben

Das Nazi-Paar war wie immer ganz in Schwarz gekleidet, als die Fahnder in München zugriffen. Die Verdächtigen wurden nach Passau gebracht, 48 Stunden lang verhört. In der Nacht auf Donnerstag erging dann der Haftbefehl gegen Manuel (33) und Sabrina H. (22) - wegen Beihilfe zum versuchten Mord am Polizeichef Passaus. Das Paar gilt als äußerst radikal - mit Verbindungen bis nach Österreich. Und: Aus diesem ihren Umfeld soll der Messerstecher stammen.

Rückblende: Am Samstag hatte ein (noch) unbekannter Täter an der Tür von Alois Mannichl (52) geklingelt. Als der Polizist öffnete, rammte ihm der Glatzkopf ein Messer in den Leib, flüchtete. Mannichl überlebte schwer verletzt. Inzwischen ist er aus dem Spital entlassen worden.

Auslöser für die Bluttat
Neben Mannichls rigidem Kurs gegen Rechts, erregte sein Vorgehen beim Begräbnis des Altnazis Friedhelm Busse Unmut in der braunen Szene, wobei es zu einer Spontandemo der Rechten kam. Mit dabei: ­Manuel und Sabrina H.

Terrorist
Beide sind Mitglieder der Freien Nationalisten München (FN) und der Autonomen Nationalisten –zwei äußerst gewalttätige Gruppierungen. Gründer der FN: der Rechtsterrorist Martin Wiese. Dieser wurde 2003 wegen eines geplanten Sprengstoffanschlages auf das jüdische Zentrum in München verurteilt. Auch weitere gefährliche Namen finden sich im Umfeld des Ehepaars.

Grufties
Besonders brisant: der Draht zu einer Passauer Verbindung, die zur Hälfte aus "Mitkämpfern“ aus OÖ besteht. "Zudem sind Heine und Kameraden in der neuen rechten Grufti-Szene in Salzburg aktiv“, so Robert Bieler vom bayerischen Verfassungsschutz

Netzwerk
Den Messerattentäter vermutet man dennoch nicht auf österreichischer Seite: "Da gibt es keinen Ansatz“, so Sicherheitsdirektor Alois Lißl. Besuche des jetzt verhafteten Ehepaar H. bei hiesigen Kameraden in jüngster Zeit schließt er aber nicht aus.

Braunau
Zeitgleich entzündet sich in OÖ der Widerstand gegen zwei Geschäfte im Innviertel. Ausgerechnet in Braunau, im "Thor Steinar“-Shop, versorgt sich die heimische Naziszene mit Symbolen, Mode, Musik und Literatur.

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