Sonderthema:
Neue Gesprächsrunde zur Zypernteilung

Hoffnung auf Frieden

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Neue Gesprächsrunde zur Zypernteilung

Die führenden Vertreter der griechischen und türkischen Zyprioten sind am Dienstag erneut zu Gesprächen über die Zukunft der geteilten Insel zusammengekommen. Das Treffen des Präsidenten Demetris Christofias mit dem türkischen Volksgruppenführer Mehmet Ali Talat, in der von den Vereinten Nationen kontrollierten Pufferzone nahe des Flughafens von Nikosia soll den Wiedervereinigungsverhandlungen neuen Schwung geben. Direkte Verhandlungen sollten eigentlich im Juni beginnen.

Christofias für volle Gleichberechtigung
Völkerrechtlich ist ganz Zypern 2004 Mitglied der Europäischen Union geworden, doch findet deren Regelwerk in dem seit 1974 von türkischen Truppen besetzten Nordteil der Insel keine Anwendung. Talats Separatadministration "Türkische Republik Nordzypern" (KKTC) wird nur von Ankara anerkannt. Der Kommunist Christofias, der im Februar die Präsidentenwahl gewonnen hatte, war am 21. März mit Talat zusammengekommen. Christofias hat sich zur "vollen Gleichberechtigung" der beiden Bevölkerungsteile in einer "vereinigten Bundesrepublik Zypern" bekannt.

Christofias lehnt die Forderung Talats ab, an den 2004 von den griechischen Zyprioten in einem Referendum verworfenen UN-Wiedervereinigungsplan anzuknüpfen, der vorsah, dass ein beträchtlicher Teil der von der Türkei angesiedelten Festlandtürken und der 40.000 Mann starken türkischen Truppen auf der Insel bleiben kann.

Militärjunta steuerte Putsch
Zur Teilung der Mittelmeerinsel war es 1974 nach einem von der damaligen Athener Militärjunta gesteuerten Putsch gegen Präsident Erzbischof Makarios gekommen, der umgehend die militärische Intervention der Türkei nach sich zog. Ankara berief sich auf die Verträge von Zürich und London (1959), welche die Garantie der Unabhängigkeit Zyperns durch die drei Vertragspartner Großbritannien, Griechenland und Türkei mit dem Recht der gemeinschaftlichen oder separaten Intervention verknüpften. Der UNO-Sicherheitsrat akzeptierte diese Interpretation nicht und verurteilte das türkische Eingreifen.

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