Neuer Krieg droht um Südossetien

Pulverfass Kaukasus

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Neuer Krieg droht um Südossetien

Nach schweren Gefechten in dem von Georgien abtrünnigen Südossetien haben die Behörden dort aus Furcht vor einer weiteren Eskalation der Gewalt Hunderte Kinder evakuiert. Mehr als 500 Kinder seien am Montag mit Bussen aus der südossetischen Hauptstadt Zchinwali ins benachbarte Russland gebracht worden, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Behörden. Südossetien werde weiter von georgischer Seite beschossen, sagte Behördensprecherin Irina Galojewa. Das russische Außenministerium warf der georgischen Führung "unverhältnismäßige Gewalt" vor.

Diplomaten-Gespräche
Während Südossetien nach international anerkannter Unabhängigkeit strebt, erhebt Georgien weiter seinen völkerrechtlich verankerten Anspruch auf die Region. Laut georgischen Medien haben Diplomaten aus Tiflis und Moskau angesichts der verschärften Lage Gespräche aufgenommen. Russland hatte von der "realen Gefahr eines Militärkonflikts" gesprochen. Georgien wirft Russland vor, Südossetien und das ebenfalls abtrünnige Abchasien annektieren zu wollen.

Nach den schwersten Auseinandersetzungen in der georgisch-südossetischen Konfliktzone seit Jahren ordnete die Führung in Zchinwali Staatstrauer an. Bei Gefechten waren am Wochenende auf südossetischer Seite sechs Menschen getötet und mindestens 15 weitere verletzt worden. Das russische Fernsehen übertrug Bilder aus der Region von Schwerverletzten in Krankenhäusern und von zerschossenen Häusern. Bereits am Wochenende waren tausende Menschen in Sicherheit gebracht worden, unter ihnen mehrere hundert Kinder.

Kreml rügt Tiflis
Russland übte scharfe Kritik an der georgischen Regierung. "Moskau ist sehr besorgt über die Eskalation der Spannungen in der Region, die auf eine unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt auf georgischer Seite zurückzuführen ist", sagte Vizeaußenminister Grigori Karasin seinem Kollegen Grigol Waschadse am Sonntagabend in einem Telefonat. Die Regierung in Tiflis solle sich der Gefahr der Situation bewusstwerden, die sich aus einem gewaltsamen Weg ergebe, warnte Karasin laut einer Presseerklärung seines Ministeriums.

Karasin wandte sich auch an die USA. Russland erwarte von den USA, dass diese auf Georgien einwirken, um einen erneuten Angriff zu verhindern, sagte Karasin am Montag in einem Telefonat mit dem stellvertretenden US-Außenminister Daniel Fried.

Russland habe bereits mehrmals Georgien zu einer "verantwortungsbewussten" Politik gegenüber Südossetien ermahnt und erwarte nun ein konstruktives Einwirken seitens der USA. Wie das russische Außenamt mitteilte, sprach sich Fried für eine friedliche Beilegung des Konfliktes aus.

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