Neues Bin-Laden-Video aufgetaucht

Al-Kaida

Neues Bin-Laden-Video aufgetaucht

Am sechsten Jahrestag der Anschläge in den USA vom 11. September 2001 ist eine neue Videobotschaft des Terrorpaten Osama bin Laden aufgetaucht. Der auf Analysen islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Onlinedienst Laura Mansfield bestätigte am Dienstag die Echtheit der Stimme Bin Ladens. Zu sehen ist ein Standbild des Terrorchefs. Daneben laufen Einblendungen von Szenen der Terroranschläge von 2001.

Bin Laden spricht von "19 Helden"
Unter dem Titel "Das Vermächtnis der Helden der Angriffe auf New York und Washington" spricht Bin Laden von "19 Helden". Zum Schluss des mehr als 47 Minuten langen Videos fordert er "die Befreiung Palästinas, des Irak und Afghanistans".

Zweite Botschaft Bin Ladens in wenigen Tagen
Am vergangenen Freitag war erstmals seit Oktober 2004 eine Videobotschaft Bin Ladens aufgetaucht. Darin hatte der Terrorchef unter anderem das Scheitern der USA im Irak angekündigt und die US-Bürger aufgefordert, zum Islam überzutreten. Konkrete Terrordrohungen enthielt die Botschaft nicht.
Lesen Sie hier: Bin Laden-Video aufgetaucht

Selbe Kleidung wie auf erstem Video
Bin Laden, der die Kleidung trägt, in der er auf einem am vergangenen Freitag veröffentlichen Video zu sehen war, hebt besonders Abu Mussab Waleed al-Shehri hervor. Dieser war am 11. September mit einem gekaperten Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers in New York gerast. Die Muslime der Welt sollten sich an ihm ein Beispiel nehmen und sich dem Kampf anschließen, fordert Bin Laden. "Er war zwar klein an Jahren, dafür war der Glaube in seinem Herzen groß", sagt der Terrorchef.

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Während der US-Kongress darüber informiert wurde, wie lange fast 170.000 US-Soldaten noch im Irak kämpfen müssen, grübelte der US-Geheimdienst über den Bart von Osama bin Laden nach. Bei einer Anhörung von Sicherheitsexperten am Montag im Kongress stellte der republikanische Senator Norm Coleman dem Geheimdienstchef McConnell die Frage, die seit der Veröffentlichung der jüngsten Videoaufnahmen des El-Kaida-Gründers Bin Laden die Geheimdienste beschäftigt. "Zunächst einmal: Ist das überhaupt sein Bart? Ist es ein Signal?", fragte Coleman angesichts der Tatsache, dass Bin Ladens Gesichtswuchs nicht mehr strähnig-grau, sondern schwarz und gestutzt aussah.

Geheimdienstchef Glaubt nicht an Bedeutung des Bartes
Jedenfalls hatten McConnell und seine Leute sich diese Frage auch schon gestellt. "Die große Frage unter Kollegen ist heute: Ist dieser Bart echt?, Sie wissen ja, dass er vor ein paar Jahren anders aussah", sagte McConnell. Er glaube jedoch nicht, dass es sich um ein Zeichen handle. Bisher habe es nicht notwendigerweise einen Zusammenhang zwischen den Aufnahmen oder einer öffentlichen Erklärung und einem bestimmten Ereignis gegeben. Doch die US-Experten "prüfen das", versicherte McConnell.

Laut Experte ist Bart "Kriegssignal"
Der Londoner Islam-Experte Azzam Tamimi sieht dagegen im gefärbten Bart ein "Kriegssignal". Fromme Salafisten wie Bin Laden dürften ihren Bart nur im Kriegsfall färben, sagte der Londoner Forscher. Am vergangenen Freitag war erstmals seit Oktober 2004 wieder eine Videobotschaft Bin Ladens aufgetaucht. Darin hatte er unter anderem den Irak-Krieg kritisiert. Konkrete Terrordrohungen enthielt die Botschaft nicht.

Al-Kaida wieder stark genug für Anschläge
Die Al-Kaida ist nach US-Geheimdienstangaben wieder stark genug für Anschläge. "Sie hat ein erhebliches Maß ihrer Fähigkeiten zurückgewonnen", warnte US-Geheimdienstdirektor Michael McConnell anlässlich des Jahrestags. An der Al-Kaida orientierten sich Extremisten-Gruppen und Sympathisanten, die zwar nicht zu einem Anschlag im Umfang der Attentate in den USA imstande seien, trotzdem aber Tod und Zerstörung auslösen könnten. Die Bedrohung sei ernst zu nehmen, sagte McConnell.

Zugleich gestand der Koordinator aller US-Geheimdienste bei einer Anhörung im US-Senat ein, dass die Extremisten eines ihrer Hauptziele erreicht hätten: "Teil der Strategie von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ist es, uns in Situationen hineinzuziehen, in denen wir bluten müssen", sagte McConnell. "Wir sind in die Falle gegangen."

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