Nordkorea weist US-Lebensmittelhilfe ab

Spannungen

© APA/Robert Jaeger

Nordkorea weist US-Lebensmittelhilfe ab

Nordkorea will nach Angaben der US-Regierung keine weiteren amerikanischen Nahrungshilfen erhalten. Dies habe die kommunistische Regierung des ostasiatischen Landes mitgeteilt, eine Begründung habe es nicht gegeben, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Robert Wood, am Dienstag (Ortszeit).

Spannungen wegen Satellitenstart
Washington bedauere diesen Schritt. "Es handelt sich um ein Programm, das als Ziel hat, Lebensmittel zur notleidenden Bevölkerung zu bringen."

Die jüngste Ankündigung Nordkoreas, einen eigenen Satelliten zu starten, hatte die Spannungen zwischen beiden Ländern erheblich erhöht. Die USA hatten Nordkorea aufgefordert, auf den geplanten Start zu verzichten, es handle sich um einen "provokativen Akt".

Die USA sowie Südkorea und Japan vermuten, in Wirklichkeit wolle Nordkorea eine militärische Langstreckenrakete testen, die theoretisch auch US-Gebiet erreichen könnte.

Reaktion
Der südkoreanische Vereinigungsminister Hyun In-taek meinte zum Verzicht auf US-Nahrungshilfen, Pjöngjang wolle nicht als abhängig von einem Land erscheinen, dem es Vorbereitungen zu einem Angriff unterstelle. "Nordkoreas Zurückweisung ist eine Reaktion auf die internationale Situation, in der es sich zurzeit befindet", sagte Hyun.

Falsche Signale
Nordkorea hatte jüngst ein laufendes Manöver der US-Streitkräfte mit Südkorea als Vorbereitungen zu einem Krieg kritisiert. Zudem drohte die Volksarmee des Landes mit Vergeltungsschlägen, sollten seine Gegner versuchen, den geplanten Satellitenstart mit militärischen Mitteln zu verhindern.

Nordkorea ist seit Jahren aufgrund der eigenen Misswirtschaft und nach einer Reihe von Naturkatastrophen auf Hilfe von außen angewiesen. Nach Angaben der südkoreanischen Regierung fehlen dem Nachbarland in diesem Jahr 1,17 Millionen Tonnen Nahrungsmittel, um die Bevölkerung ausreichend zu ernähren. Die USA hatten im vergangenen Mai eine halbe Million Tonnen Lebensmittel zugesagt, von denen 400.000 Tonnen über das Welternährungsprogramm und 100.000 Tonnen durch private Organisationen geliefert werden sollten. Seitdem hatten die USA 169.000 Tonnen Nahrungsmittel an Nordkorea geliefert.

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