Obama stellte sich seinem Erzfeind

Fox-Interview

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Obama stellte sich seinem Erzfeind

US-Präsident in "Feindeshand": Barack Obama hat sich im Weißen Haus mit einem seiner schärfsten Kritiker in der amerikanischen Medienwelt zusammengesetzt - mit Bill O'Reilly vom äußerst konservativen Sender Fox News. Anlass war das Sportereignis des Jahres in den USA, die Super Bowl, das Endspiel in der amerikanischen Football-Profiliga NFL.

Der Präsident gibt traditionell dem Sender, der das Duell überträgt, ein Interview. Diesmal war es Fox - und so saß Obama O'Reilly gegenüber, eine Paarung, die schon im Vorfeld für Spannung sorgte.

Gesprächspartner handzahm
Aber wer ein erbittertes Match erwartet hatte, der wurde enttäuscht. O'Reilly, der wenig bescheiden das "meist gesehene Interview in der Geschichte der Menschheit" verheißen hatte, war zwar ein hartnäckiger und bisweilen aggressiver Fragesteller, aber insgesamt gingen Interviewer und Interviewter respektvoll, höflich, ja streckenweise gar freundschaftlich miteinander um.

Ernstes wie Ägypten kam natürlich zur Sprache und auch die Gesundheitsreform, aber vor allem wollte "Bill" von "Mr. President" Persönliches wissen. Macht es ihm etwas aus, dass er von vielen - so jedenfalls Originalton O'Reilly - gehasst wird? Er nehme so etwas nicht persönlich, antwortete Obama. "Was Leute hassen, ist ein verzerrtes Image von dir selbst wie in einem Spiegelkabinett. Sie kennen dich nicht als Person."

Was findet Obama an seinem Amt besonders schwierig? Unter anderem, dass er auch beim Super Bowl ein Sakko tragen muss, scherzte der Präsident. Hat der harte Job Obama verändert, ist er nicht weniger spontan geworden? Nein, nur grauer auf dem Kopf, meinte Obama zunächst, räumte dann aber doch ein, dass er vielleicht vorsichtiger geworden sei mit dem, was er so sage.

Präsident vermied Super Bowl Prognose
So gab er wohlweislich auch keine Prognose über den Ausgang des Super-Bowl-Endspiels zwischen den Pittsburgh Steelers und den Green Bay Packers ab (letztere gewannen). Aber er verriet, dass er sich während einer solch hochkarätigen Begegnung ungern von Gästen ablenken lasse. Was möglicherweise die bemerkenswerteste Äußerung dieses Interviews war: Schließlich hatten die Obamas Hollywoodstar Jennifer Lopez eingeladen, mit ihnen vor dem Fernseher zu sitzen und ein deftiges Super-Bowl-Menü zu genießen - unter anderem gab's im Weißen Haus deutschen Kartoffelsalat.

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