Obama unterzeichnet strenges Tabakgesetz

Keine "light" mehr

© EPA

Obama unterzeichnet strenges Tabakgesetz

US-Präsident Barack Obama hat ein deutlich verschärftes Gesetz für die Tabakindustrie in Kraft gesetzt: Nach dem am Montag in Washington unterzeichneten Gesetz dürfen Zigaretten in den künftig nicht mehr als "light" oder "ultra-light" angepriesen werden. 

Verbote
Zudem werden Zigaretten mit speziellen süßen oder fruchtigen Geschmackszusätzen, die vor allem auf junge Raucher abzielen, verboten. Auch die Tabakwerbung wird drastisch eingeschränkt. Die US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) erhält neue, weitgehende Befugnisse, die es beispielsweise erlauben, Obergrenzen für den Nikotingehalt zu bestimmen.

Das neue Gesetz spiegele eine Entwicklung wieder, die es schon seit Jahrzehnten gebe, sagte Obama. "Die jahrzehntelangen Anstrengungen, unsere Kinder vor den gefährlichen Auswirkungen von Tabak zu schützen, sind siegreich gewesen", so Obama bei der feierlichen Unterzeichnung des Gesetzes im Weißen Haus. Obama selbst hatte zu Beginn des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2008 unter eingestandenen Mühen das Rauchen aufgegeben.

Überwältigende Mehrheit
Das verschärfte Tabakgesetz war vor kurzem im US-Abgeordnetenhaus und im US-Senat in Washington mit überwältigender Mehrheit verabschiedet worden. Obama hatte das Gesetz als einen Meilenstein und Zeichen des Wandels gewürdigt. Die Anti-Raucher-Lobby hatte das Gesetz fast überschwänglich begrüßt. "Es geschehen noch Wunder", meinte der demokratische Senator Edward Kennedy.

Kritiker betonen seit Jahren, "Light"-Zigaretten mit weniger Teergehalt seien nicht weniger gesundheitsschädlich als normale Zigaretten. Als besonderen Erfolg begrüßten sie die neuen Befugnisse der Gesundheitsbehörde. Sie kann künftig Standards für die chemische Zusammensetzung von Zigaretten bestimmen. Experten hoffen, dass die Behörde zumindest einige der etwa 60 krebserregenden Stoffe im Tabak verbietet. Zigaretten mit niedrigem Nikotingehalt könnten es zudem Rauchen erleichtern, von ihrer Sucht loszukommen.

Trotz bereits vorhandener strikter Rauchverbote in den allermeisten Bundesstaaten sterben in den USA jährlich schätzungsweise 400 000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Jeder fünfte Amerikaner raucht.

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