Obama will Taliban kontaktieren

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Obama will Taliban kontaktieren

US-Präsident Barack Obama hat sich im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Konflikt offen für Kontakte zu gemäßigten Taliban gezeigt. Im Irak habe sich eine Annäherung an islamische Fundamentalisten als erfolgreich für eine Befriedung des Landes erwiesen, sagte der Präsident in einem "New York Times"-Interview. Es könnte vergleichbare Möglichkeiten in Afghanistan geben. Auch den Iran will Obama in die Bemühungen um einen Frieden am Hindukusch einbeziehen und Vertreter aus Teheran zu einer Afghanistan-Konferenz bitten. Jetzt zeigte sich der Iran offen für eine solche Einladung seines Erzfeinds.

Obama hatte schon vor seiner Amtsübernahme angedeutet, für Gespräche mit gemäßigteren Taliban offen zu sein. Obama misst Afghanistan eine hohe Priorität zu und befahl unlängst die Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan um 17.000 Soldaten. Die Rebellion der 2001 gestürzten Taliban konnte nie eingedämmt werden, und zuletzt hat die Gewalt einen neuen Höhepunkt erreicht.

Karzai begrüßt Obamas Pläne
Der afghanische Präsident Hamid Karzai begrüßte Obamas Pläne für eine Einbeziehung moderater Taliban. "Das ist eine Bestätigung unserer Position", sagte Karzai. Nicht zuletzt wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage hatte Karzai deutlich an Popularität eingebüßt. Er kündigte unterdessen an, solange im Amt zu bleiben, bis Wahlen stattgefunden haben. Dafür akzeptiere er den von der Wahlkommission vorgeschlagenen August-Termin für die Präsidentenwahl. Der Präsident, dessen Amtszeit am 21. Mai endet, hatte selbst einen Termin im April vorgeschlagen.

US-Soldaten töten afghanische Polizisten
Die US-geführten Koalitionstruppen haben in der zentralafghanischen Provinz Kapisa versehentlich zwei einheimische Polizisten getötet. Wie die US-Armee am Sonntag mitteilte, wurden die Soldaten bei einer Militäroperation gegen die radikal-islamischen Taliban aus einem Kontrollposten heraus beschossen. In "Selbstverteidigung" hätten die Truppen das Feuer erwidert, hieß es. Erst danach sei festgestellt worden, dass Polizisten die Schüsse abgegeben hätten. Die Koalitionstruppen bedauerten den Vorfall und kündigten eine Untersuchung an.

Taliban-Kämpfe freigelassen
Im Nachbarland Pakistan wurden gleichzeitig zwölf Taliban-Kämpfer freigelassen. Der Regierungskommissär der Swat-Region, Syed Mohammed Javed, sagte am Sonntag, die Maßnahme solle ein mit den Islamisten vereinbartes Abkommen festigen. "Es war eine der Forderungen der Taliban. Es war ein Zeichen des guten Willens", sagte er. Nun hoffe man, dass die Taliban ihren Teil zum Frieden beitragen würden. Taliban-Kämpfer verüben im Nordwesten Pakistans in den Stammesgebieten von Waziristan an der Grenze zu Afghanistan immer wieder Anschläge.

Im Swat-Tal hat sich die pakistanische Regierung mit den Islamisten auf einen dauerhaften Waffenstillstand geeinigt. Den Islamisten wurde zugestanden, das islamische Recht, die Scharia, in der Region einzuführen. Das ehemals als Touristenziel beliebte Tal gehört zu den unruhigsten Landesteilen. Anhänger des radikalen Predigers Maulana Fazlullah wollen dort eine theokratische Herrschaft errichten. Fazlullah hatte ursprünglich in einer Fatwa (islamisches Rechtsgutachten) zum "Heiligen Krieg" gegen die pakistanische Armee aufgerufen, der er Kollaboration mit den USA vorwirft.

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