Obamas Schlachtplan gegen Krise

Wirtschaftskrise

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Obamas Schlachtplan gegen Krise

US-Präsident Barack Obama hat andere Länder vor dem Weltfinanzgipfel mit einem eindringlichen Appel zum vereinten Kampf gegen die Weltwirtschaftskrise aufgerufen. Der Wohlstand einer jeden Nation sei in Gefahr und in Entwicklungsländern stünden Menschenleben auf dem Spiel, warnte Obama in einem am Dienstag veröffentlichten Beitrag in der deutschen Zeitung "Die Welt". Mit Blick auf den Londoner Gipfel am 2. April schrieb Obama, die Führer der G-20 müssten nun mit mutigen und umfassenden Schritten eine Erholung und eine "neue Ära ökonomischen Engagements einleiten, damit sich eine Krise wie diese niemals wiederholen kann".

Hier lesen Sie Obamas Schlachtplan im Wortlaut

Gemeinsame Verpflichtung
"Auf unserem Weg voran sollten wir eine gemeinsame Verpflichtung begrüßen, freien Handel und Investitionen zu fördern und zugleich dem Protektionismus zu widerstehen", schrieb Obama. Alle Finanzinstitutionen bräuchten eine strenge Aufsicht und vernünftige Regeln. Es dürfe keinen Weg zurück zur Lage vor der Krise geben.

Transparenz und Rechenschaft
"Wenn wir weiterhin zulassen, dass Finanzinstitutionen überall auf der Welt rücksichts- und verantwortungslos handeln, bleiben wir im Kreislauf von Blase und Platzen gefangen", warnte der Präsident. "Zusammen können wir ein gemeinsames Rahmenwerk schaffen, das auf Transparenz und Rechenschaft besteht und den Fokus auf die Wiederherstellung des Kreditflusses legt, den Lebensnerv einer wachsenden globalen Wirtschaft." Nur internationale Maßnahmen könnten das Eingehen unverantwortlicher Risiken verhindern.

Gegen Steueroasen
Zunächst gehe es darum, das Kreditwesen wiederherzustellen, sagte Obama. Dazu gehöre die ehrliche Bewertung der Bankenbilanzen. "Alle Märkte sollten Stabilitätsstandards und Mechanismen zur Offenlegung haben." Strenge Rahmenbedingungen für den Kapitalbedarf sollten künftig vor Krisen schützen. "Wir müssen hart gegen Steueroasen und Geldwäsche durchgreifen." Rigorose Transparenz und Rechenschaftspflicht sollten Missbrauch verhindern. Auch mit "außer Kontrolle geratenen Abfindungen" müsse Schluss sein.

Konjunktur ankurbeln
Um die Konjunktur anzukurbeln, muss aus Sicht des US-Präsidenten rasch das Wirtschaftswachstum stimuliert werden. "Diese Anstrengungen sollten robust und nachhaltig sein, bis die Nachfrage wiederhergestellt ist." Obama trat auch dafür ein, dass die Staatengemeinschaft der G-20 zusammen mit multinationalen Institutionen Außenhandelsfinanzierungen bereitstellen.

Stabilisierung der Schwellenländer
Außerdem forderte Obama neue Mittel zur Stabilisierung von Schwellenländern. Die Notfall-Kapazitäten des Internationalen Währungsfonds (IWF) will er substanziell erhöhen. Amerika wolle Investitionen in die Ernährungssicherung unterstützen, "die den Ärmsten helfen können, die bevorstehenden schweren Zeiten zu überstehen".

USA: Anteil an Chaos
"Ich weiß, dass Amerika seinen Anteil hat an dem Chaos, mit dem wir uns konfrontiert sehen", räumte Obama ein. Es gehe jetzt nicht darum, zwischen einem erbarmungslosen Kapitalismus und einer repressiven staatlich gelenkten Wirtschaft zu wählen. Das G-20-Treffen biete ein Forum für eine neuartige globale wirtschaftliche Zusammenarbeit. "Jetzt ist es Zeit, zusammenarbeiten, um das nachhaltige Wachstum wiederherzustellen, das nur aus offenen und stabilen Märkten kommen kann, die sich Innovationen zunutze machen, Unternehmergeist fördern und Chancen vergrößern."

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