Österreicher hoffen auf zweite Fluchtchance

Gazastreifen

© ÖSTERREICH/ Lems

Österreicher hoffen auf zweite Fluchtchance

Für die österreichischen Doppelstaatsbürger im Gazastreifen war es eine große Enttäuschung: Gestern probierten sie die Flucht aus Gaza, doch 500 Meter vor der Grenze mussten sie aufgeben. Unpassierbare Sandbänke und ein Schusswechsel stoppten die Rettung. ÖSTERREICH-Reporter Florian Lems wartete vergebens an der Grenze auf sie. Sie mussten alle zurück in das tödliche Kriegsgebiet.

Kein Wasser mehr
Nun warten die Familien auf die nächste Fluchtmöglichkeit: Der 36-jährige Mahmoud Al-Amassi mit seiner Frau Suha (33) und den Kindern Lamaa (8), Bashar (6) und Mohamed (4). Und der pensionierte UNO-Diplomat Mahmoud Ghuff (77) mit seiner gehbehinderten Frau Sadiya (75). Die Situation in Gaza sei schlimm, berichtet Ghuff am Telefon gegenüber ÖSTERREICH. Seit dem Beginn des Krieges gebe es kein fließendes Wasser mehr: „Wir können uns nicht einmal die Hände waschen.“ Immer noch seien in der Stadt Schüsse und Explosionen zu hören. Ghuff: „Ich hoffe, dass es am Mittwoch einen neuen Evakuierungsversuch gibt.“

Das hofft man auch in der Botschaft – doch die Kommunikation mit den israelischen Behörden ist zäh. Am Montag wurde zugesichert, es „in den nächsten Tagen“ nochmals zu versuchen. Doch da die notwendige Koordinierung mit der Armee ausschließlich über Verbindungsleute laufe, werde „viel Information hin- und hergeschoben“, so ein Diplomat.

Beim Fluchtversuch waren 33 Palästinenser mit ausländischem Zweit-Pass an Bord. Geplant war eine Flucht von insgesamt 200 Ausländern (die meisten schafften es aber nicht einmal zum Treffpunkt in Gaza-Stadt).

Zu gefährlich für Fußmarsch
„Im Bus wurde hin und her diskutiert, ob man zu Fuß weitergehen sollte“, berichtet Mahmoud Al-Amassi. Er wollte es samt Familie und Gepäck wagen, obwohl gerade nahe dem Erez-Checkpoint heftig gekämpft wurde. Das Rote Kreuz entschied aber schließlich, dass es einfach zu gefährlich sei.

Inzwischen ist klar, dass etwa 20 österreichische Doppelstaatsbürger im Gazastreifen leben – zuvor ging das Außenamt von „30 bis 40“ Personen aus.

Einige von ihnen wollen zwar ausreisen (wie etwa Nadia Rayyes, die sich mit ihren Kindern in einer Farm verschanzt hat – wir berichteten). Wegen der Kämpfe trauen sich viele aber nicht bis an die Grenze zu Israel.

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