Österreicherin kämpft für Assange

Im WikiLeaks-Team

© AP/Youtube/Russia Today

Österreicherin kämpft für Assange

Für sie ist er längst Held der Meinungsfreiheit – Julian Assange (39), WikiLeaks-Gründer. Hunderte waren aus der ganzen Welt nach London gereist, um seine Freilassung zu feiern. Verena Payr ist eine davon. Die 29-jährige Tirolerin harrte stundenlang bei klirrender Kälte mit Quastenmütze am Kopf vor dem Londoner "High Court“ aus, wollte die Freilassung ihres Idols miterleben: "Ich hörte von seiner Verhaftung“, erzählt sie im TV-Interview: "Ich wollte etwas tun, meine Unterstützung zeigen – deshalb bin ich hier.“ Und: "Ich bin für die Meinungsfreiheit und dagegen, dass Unschuldige im Gefängnis landen.“

"Gerechtigkeit für Assange"
Mehr noch: Verena Payr schloss sich einer Gruppe namens "Gerechtigkeit für Assange“ an, gestaltete sogar eine Website, spendete Geld. Die Klagen aus Schweden, in denen zwei Frauen Assange wegen Sex-Vergehen anzeigten, sind für die Tirolerin "einfach nur dubios“. Es könne ja kein Zufall sein, dass es Stunden nach dem Ausbrechen des WikiLeaks-Skandals vor 21 Tagen plötzlich einen Interpol-Haftbefehl gegen ihr Idol aus Schweden gab.

Neuer Kampf aus Millionen-Landhaus
Julian Assange wurde nach seiner Freilassung gegen 281.000 Euro Kaution ins Nobellandhaus "Ellingham Hall“ gebracht. Die Zehnzimmervilla liegt inmitten eines 242 Hektar großen Parks. Das sei kein "Hausarrest“ scherzte ein Anwalt, sondern "Villen-Arrest“. WikiLeaks-Sprecher Hrafnsson ist sich sicher, dass die Arbeit auch in dem Landhaus gut weitergehen werde: "Wir haben dort eine perfekte Internetverbindung“, sagte er.

Assange: "politische Motive" schuld am Schweden-Prozess
Auch Assange zeigte sich kämpferisch: "Wir machen weiter“, trotzt er im NBC-Interview. 2.000 der geheimen US-Diplomaten-Memos seien bisher veröffentlicht: 248.000 würden noch folgen. Kurios: Der Richter hatte Assange zwar strenge Auflagen erteilt (Fußfessel, Hausarrest, Meldepflicht), doch es gibt keine Restriktionen beim Internet-Zugang. So werden auch in den kommenden Monaten weitere Info-Bomben platzen. Außerdem will Assange nun von der Briten-Provinz aus auch seine "Unschuld“ in der Schweden-Sex-Causa beweisen. Er vermutet "politische“ Motive. Seine Fans sehen Schweden als Handlanger der USA, um den Web-Aktivisten festzuhalten und dann an die USA auszuliefern.

Austro-Fan Payr: "Ich hoffe, das wird nie passieren. Die Wahrheit muss ans Licht.“

Autor: H. Bauernebel, K. Wendl
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