Palästinenser gedachten der Vertreibung

Jahrestag

Palästinenser gedachten der Vertreibung

Anlässlich des Tages der "Nakba" (Katastrophe) marschierten in Ramallah 20.000 Menschen durch die Straßen. Tausende schwarze Luftballons stiegen in den Himmel, um Trauer und Leid zu symbolisieren. Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas rief die israelische Regierung auf, die Chance eines Friedens nicht verstreichen zu lassen, indem sie die Ausweitung jüdischer Siedlungen im besetzten Westjordanland vorantreibe. Es gebe "zwei Völker - eines, das seine Unabhängigkeit feiert, und eines, das seine Nakba erleidet", sagte Abbas in einer Radio- und Fernsehrede. Zu Mittag heulten in den palästinensischen Gebieten zwei Minuten lang die Sirenen.

"Unsere Hand ist immer noch zum Friedensschluss ausgestreckt", sagte Abbas. Man begehe den Tag, um an den "langen und glorreichen Kampf" des palästinensischen Volkes zu erinnern, "dessen Leid und Schmerz noch nicht zu Ende ist". Nur ein Ende der israelischen Besatzung könne Sicherheit für die Region bringen, betonte er. Die Sicherheit Israels hänge von der Unabhängigkeit und Sicherheit des palästinensischen Volkes ab, die Fortsetzung von Okkupation und "Nakba" bringe keine Sicherheit, betonte Abbas. Mit ihren Nachkommen ist die Zahl der Vertriebenen laut dem Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) bis heute auf mehr als 4,5 Millionen angestiegen. Etwa ein Drittel von ihnen lebt immer noch in Flüchtlingslagern.

Tiefes Zerwürfnis unter Palestinensern
Der Jahrestag machte erneut das tiefe Zerwürfnis unter den Palästinensern sichtbar: Die Anhänger der Hamas beteiligten sich nicht an den Demonstrationen im Westjordanland, während Polizisten der Hamas im Gaza-Streifen Veranstaltungen ihrer politischen Rivalen verhinderten. Im Gaza-Streifen zogen mehrere tausend Anhänger der Hamas zu einem Grenzübergang, um gegen die fast vollständige Abriegelung des Küstengebiets zu demonstrieren. Später warfen Jugendliche Steine auf israelische Soldaten. Die Truppen antworteten mit Schüssen und Tränengas. Drei Palästinenser wurden nach Angaben der Hamas-Polizei verletzt. Die Extremistengruppe Islamischer Jihad organisierte einen Marsch von rund 500 Schülern, die in militärähnlichen Uniformen und mit Nachbildungen von Raketen und Gewehren durch die Innenstadt von Gaza zogen.

Ohne Menschenrechte für die Palästinenser und das Recht, in einem lebensfähigen Staat mit gesicherten Grenzen zu leben, habe der Frieden im Nahen Osten keine Chance, heißt es in einer Erklärung der Palästinensischen Gemeinde in Österreich. Die Gründung des Staates Israel bedeute für die Palästinenser "bis heute gewaltsame Vertreibung von zwei Dritteln unseres Volkes aus der Heimat, Verfolgung, Gefangennahme, Folter und Ermordung". "Wenn der EU und der österreichischen Bundesregierung etwas an Israel liegt, dann müsste die Einhaltung der Menschenrechte in Palästina ganz oben auf der Tagesordnung stehen".

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