Peking stellt Papst-Schreiben offline

China

Peking stellt Papst-Schreiben offline

Die Websites, auf denen der Brief von Papst Benedikt XVI. an die chinesischen Katholiken veröffentlicht worden war, wurde von den kommunistischen Behörden in Peking offline gestellt. Das betonte der Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, laut Kathpress in einem Exklusivinterview mit der österreichischen Missionsillustrierten "alle welt". In seinem Schreiben hatte sich der Papst gegen staatliche Einmischungen in innerkirchliche Belange wie Bischofsernennungen gewandt und Religionsfreiheit für alle Katholiken in China gefordert. Er habe den Brief jetzt drucken lassen und verteile ihn an Interessierte, sagte Kardinal Zen. Er nannte das Schreiben eine "Einladung zum Dialog" und einen "Meilenstein für die chinesische Kirche auf ihrem Weg zur Normalität".

Papst strebt Versöhnung an
Die "patriotischen" Bischöfe seien im Hinblick auf den päpstlichen Brief zwar nach Peking zitiert worden; dort sei ihnen aber nur das Verbot auferlegt worden, sich öffentlich zu dem Brief zu äußern. Sonst habe es keine Konsequenzen gegeben, so Zen. Der Papst strebe offensichtlich die endgültige Versöhnung zwischen "Patrioten" und "Romtreuen" an, wobei die Grenzen bereits jetzt fließend seien.

In der Volksrepublik ist nur die 1957 auf Druck des Regimes gegründete "Chinesische Katholische Patriotische Vereinigung" zugelassen, die offiziell keine Kontakte zum Vatikan unterhalten darf und ihre Bischöfe unter staatlicher Aufsicht eigenmächtig einsetzt. (Dies gilt nicht für die "Sonderverwaltungsgebiete" Hongkong und Macao.) Der "patriotische" Klerus war von Papst Pius XII. exkommuniziert worden. Die papsttreue Untergrundkirche gilt offiziell als "subversive Organisation" und wird verfolgt; mehrere Bischöfe und zahlreiche Priester befinden sich in Arbeitslagern. Sie werden von den Behörden als "vom Ausland gesteuerte feindliche Elemente" eingestuft.

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