Polizei nimmt weiteren Verdächtigen fest

Mord an Dink

© Ogun Samast (Mitte) hat den Mord an Dink gestanden (c) AFP

Polizei nimmt weiteren Verdächtigen fest

Die türkische Polizei hat nach übereinstimmenden Presseberichten einen weiteren mutmaßlichen Hintermann des Mordes an dem armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink festgenommen. Der Student Erhan T. sei in der Schwarzmeerstadt Trabzon festgenommen und zum Verhör nach Istanbul gebracht worden, berichteten mehrere türkische Zeitungen am Dienstag. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor. Unterdessen versammelten sich am Dienstag in der Früh die ersten Teilnehmer des für den Vormittag geplanten Trauermarsches für Dink am Tatort im Istanbuler Stadtteil Sisli. Die Trauerfeier sollte um 10.00 Uhr MEZ mit einer Rede von Dinks Witwe beginnen.

Trauermarsch durch Istanbul
Dinks Sarg wurde am Morgen von der armenischen Marienkirche im Stadtteil Kumkapi nach Sisli gebracht. Von dort aus soll er in einem etwa acht Kilometer weiten Trauermarsch durch die Istanbuler Innenstadt zur Kirche zurückgebracht werden. Nach einem Gottesdienst soll Dink am Nachmittag auf einem armenischen Friedhof beigesetzt werden. Mehrere tausend Menschen werden zu den Trauerfeierlichkeiten erwartet, darunter auch viele Politiker und Kirchenvertreter.

Erhan T. soll Komplize von Erhan T sein
Dink war am Freitag in Istanbul von dem arbeitslosen Teenager Ogün S. erschossen worden. Als Motiv gab dieser an, Dink habe mit seinen Äußerungen zur Armenier-Frage die Türkei beleidigt. Aufgestachelt wurde S. nach Ermittlungen der Polizei von einem Freund, Yasin H., der wie der Hauptverdächtige ebenfalls aus Trabzon kommt. H. besorgte demnach auch die Tatwaffe. Der nun ebenfalls festgenommene Student Erhan T. soll mit H. in Verbindung gestanden und ihn zum Mord an Dink gedrängt haben.

Die Zeitung "Sabah" zitierte einen namentlich nicht genannten hochrangigen Behördenvertreter, es bestehe der Verdacht, dass die wahren Hintermänner des Mordes den jugendlichen Todesschützen als Bauernopfer betrachteten und ihn als Einzeltäter erscheinen lassen wollten, um weitergehende Ermittlungen zu verhindern. "Sie wollten, dass wir ihn festnehmen", sagte der Behörden demnach

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