Proteste in Algerien und Ägypten

Unruhen in Nordafrika

Proteste in Algerien und Ägypten

 Der Mann, dessen Selbstverbrennung die sozialen Proteste und Unruhen in Tunesien ausgelöst hat, findet in Nordafrika immer mehr Nachahmer. In der nordägyptischen Stadt Alexandria tötete sich am Dienstag ein 25-Jähriger auf diese Weise, ein weiterer Mann zündete sich in der Hauptstadt Kairo an und überlebte schwer verletzt, wie Behördenvertreter sagten. Auch in Algerien versuchte ein Mann, sich selbst zu verbrennen.

Psychische Probleme

Bei dem in Alexandria ums Leben gekommenen Mann handelte es sich nach Angaben eines Sicherheitsbeamten um einen Arbeitslosen mit psychischen Problemen. Er habe Verbrennungen dritten Grades erlitten, denen er erlegen sei, hieß es aus dem Krankenhaus. Ein zweiter Mann entzündete sich den Behörden zufolge vor dem Regierungssitz in Kairo und wurde mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus gebracht. Bereits am Montag hatte ein Mann versucht, sich vor dem Parlament in Kairo zu verbrennen. Auch er überlebte schwer verletzt.

Proteste auch in Algerien
 Auch in Algerien übergoss sich erneut ein Mann mit Benzin und versuchte anschließend, sich selbst zu verbrennen. Wie die Zeitung "El Khabar" am Dienstag berichtete, ereignete sich der Vorfall in der algerischen Region Oued an der Grenze zu Tunesien. Demnach hatte der 36-jährige Vater von sechs Kindern vergeblich einen Arbeitsplatz und eine Wohnung gesucht.

Mauretanier zündet sich im Auto an
In Algerien hatten in den vergangenen Tagen vier weitere Menschen versucht, sich selbst anzuzünden. In Mauretanien hatte sich am Montag ein 42-Jähriger in der Nähe des Präsidentenpalastes von Nouakchott in seinem Auto in Brand gesetzt. Er wurde mit Brandwunden in die Klinik eingeliefert. In arabischen Ländern haben sich damit in den vergangenen Tagen insgesamt mindestens zehn Menschen selbst angezündet.

Wochenlange Proteste
In Tunesien hatte sich im Dezember ein 26-Jähriger angezündet, nachdem ihn die Polizei daran hinderte, Gemüse und Obst für seinen Lebensunterhalt zu verkaufen. Der Mann, der später seinen Verletzungen erlag, löste damit wochenlange Proteste gegen Arbeitslosigkeit, Korruption und politische Unterdrückung in Tunesien aus. Diese führten am Freitag zum Sturz des seit 23 Jahren amtierenden Staatschefs Zine el-Abidine Ben Ali.

Jemen: Sympathiekundgebung für Umsturz in Tunesien
Unterdessen versammelten sich am Dienstag auf dem Gelände der Universität der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hunderte Studenten zu einer Sympathiekundgebung für den Umsturz in Tunesien. Sie riefen "Revolution" und "Freies Tunesien, Sanaa grüßt Dich tausendfach". Die Polizei gab Warnschüsse ab und verhinderte damit, dass die Studenten den Campus verließen. Einige Studenten seien festgenommen, später aber wieder freigelassen worden, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte.

Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh ist seit 32 Jahren im Amt und wurde im Jahr 2007 für eine weitere siebenjährige Amtszeit wiedergewählt. Das Parlament in Sanaa berät derzeit über eine Verfassungsänderung, die ihm ein lebenslanges Mandat verschaffen könnte und die von der Opposition scharf kritisiert wird.

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