Rassistische Übergriffe in Italien eskalieren

Besorgnis

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Rassistische Übergriffe in Italien eskalieren

In Italien wächst die Besorgnis wegen einer Serie rassistischer Übergriffe gegen Ausländer. Für Schlagzeilen sorgte am Freitag der Fall eines 36-jährigen chinesischen Immigranten, der am Stadtrand Roms von einer Bande minderjähriger Italiener an einer Bushaltestelle beschimpft, umringt und niedergeschlagen wurde. Die Minderjährigen wurden festgenommen. Sie werden verdächtigt, in den vergangenen Tagen auch einen Schwarzafrikaner angegriffen zu haben. Der Chinese befindet sich im Spital.

Heftige Debatten
Die Serie von Angriffen gegen Ausländer sorgt für heftige Debatten in Italien. Am Dienstag war ein ghanesischer Studenten in Parma von sechs Straßenpolizisten in einer Kaserne brutal verprügel worden, weil er versehentlich für einen Drogendealer gehalten wurde. Der Student berichtete, er sei vor der Schule festgenommen worden, die er abends besuchte, und als "dreckiger Neger" beschimpft und geschlagen worden. Die am Mittwoch abgedruckten Fotos des verletzten Jugendlichen lösten in Italien scharfe Diskussionen aus.

Vor zwei Wochen war ein 19-Jähriger aus Burkina Faso in Mailand durch einen Barbesitzer und dessen Sohn mit Eisenstangen brutal niedergeschlagen worden. Der Jugendliche war beim Diebstahl von Keksen von der Bar erwischt worden. Als ihn die Barbesitzer sahen, gingen sie mit Eisenstangen auf den Afrikaner los, beschimpften ihn und ließen ihn schwer verletzt auf der Straße liegen, wo ihm dann einige Freund zur Hilfe eilten. Nach einigen Stunden im Koma erlag der Mann, der seit Jahren mit seiner Familie in Mailand lebte, seinen schweren Verletzungen.

Auseinandersetzung
Die Fälle lösten eine politische Auseinandersetzung zwischen der Regierung von Silvio Berlusconi und der Mitte-Links-Opposition aus. Die oppositionelle PD (Demokratische Partei) attackierte die rechte Regierungspartei Lega Nord, welche "durch ihre ausländerfeindliche Politik ein Klima des Hasses in Italien" erzeuge.

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