Rund 30 Tote bei Anschlägen im Irak

Unruhen

Rund 30 Tote bei Anschlägen im Irak

Bei zwei Selbstmordanschlägen im Irak haben am Christtag Attentäter rund 30 Menschen mit sich in den Tod gerissen und etwa 100 verletzt. Allein in der Stadt Baiji im Norden des Landes starben nach Angaben der Polizei am Dienstag mehr als 20 Menschen. Türkische Flugzeuge flogen am Dienstag nach irakischen Angaben neue Angriffe gegen vermutete kurdische Rebellenstellungen im Nordirak.

Nur unbewohntes Gebiet getroffen

Dabei sei aber lediglich unbewohntes Gebiet getroffen worden, berichtete die irakische Nachrichtenagentur Aswat al-Irak unter Berufung auf Grenzschutzorgane in der irakischen Kurden-Autonomieregion. Zuletzt hatte die türkische Luftwaffe am Samstag und Sonntag Ziele im Nordirak bombardiert. Die Angriffe richten sich gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die immer wieder Ziele in der Türkei attackiert und das unzugängliche Berggebiet im angrenzenden Nordirak als Rückzugsraum nutzt.

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Bei dem Anschlag in Baiji explodierte ein mit Sprengstoff beladener Pritschenwagen am bewachten Eingang einer Wohnsiedlung für Mitarbeiter einer staatlichen Ölfirma. Als der Attentäter nicht eingelassen wurde, zündete er seine gewaltige Bombe. Nach Darstellung des irakischen Innenministeriums galt der Anschlag dem von Nachbarschaftsmilizen und dem Werkschutz bemannten Kontrollpunkt dort.

Zweieinhalb Meter tiefer Krater

Die Wucht der Detonation riss nach der Schilderung eines Reuters-Fotografen einen zweieinhalb Meter tiefen Krater in die Straße, zerstörte ein Wachgebäude und die Fensterscheiben von Wohnhäusern. Menschen gruben in den Trümmern nach Opfern.

22 Menschen wurden in Baiji in den Tod gerissen. Etwa 80 Personen wurden dort verletzt, wie die irakische Polizei und die US-Streitkräfte mitteilten. Mit weiteren Todesopfern wurde gerechnet, da immer noch Menschen unter zwei eingestürzten Gebäuden vermutet wurden. Neben einigen Wachleuten kamen überwiegend Zivilpersonen ums Leben, darunter auch drei Kinder.

Ausgehverbot

Die Behörden verhängten ein Ausgehverbot über die rund 250 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Stadt. Baiji ist eines der Zentren der irakischen Erdölindustrie und verfügt über die größte Raffinerie im Land.

Selbstmordattentat bei Trauerfeier

In Bakuba (Baquba) in der Provinz Diyala, rund 60 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt, sprengte sich ein Selbstmordattentäter bei einer Trauerfeier für zwei Milizangehörigen in die Luft. Er riss nach Polizeiangaben zwischen vier und zehn Menschen mit sich in den Tod und verletzte rund 20 andere. Nach Polizeiangaben handelte es sich um das Begräbnis von zwei Mitgliedern einer sunnitischen Gruppe, die gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida im Irak zu Felde zieht.

In den vergangenen Monaten war die Gewalt im Irak deutlich zurückgegangen. Diese Entwicklung schreiben die USA hauptsächlich den überwiegend von Sunniten gebildeten Bürgerwehren zu. Die Milizen sind in jüngster Zeit häufig Ziel von Anschlägen.

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