Rund 40 Tote bei Anschlag auf Moschee

Pakistan

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Rund 40 Tote bei Anschlag auf Moschee

Gut einen Monat nach Beginn einer Offensive gegen die Taliban im Nordwesten Pakistans sind bei einem Anschlag in einer Moschee während des Freitagsgebets mindestens 30 Menschen getötet worden. Die Behörden in der Region Dir teilten mit, der Tod von 30 Menschen sei bestätigt, die Opferzahl könne aber auf bis zu 45 steigen. Zwischen 60 und 70 Menschen seien bei der Detonation in dem Dorf Haya Gai in Dir Bala verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen habe es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Der Nachrichtensender Aaj berichtete, zwischen zehn und zwölf Kinder seien unter den Toten.

Teilweise zerstört
Bei der Explosion wurde die Moschee teilweise zerstört. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. In der Nordwest-Grenzprovinz, zu der Dir gehört, haben die radikalislamischen Taliban in den vergangenen Wochen aber Dutzende Anschläge verübt. In Dir geht die pakistanische Armee seit Ende April gegen die radikalislamischen Taliban vor, in den Distrikten Buner und Swat begann die Offensive kurz darauf.

Erste Festnahme
Ein Geheimdienst-Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte, sagte, am Donnerstagabend sei ein Afghane namens Ismail in Dir festgenommen worden, der einer örtlichen Al-Kaida-Terrorgruppe vorgestanden habe. Möglicherweise habe es sich bei dem Anschlag in der Moschee um einen Racheakt gehandelt. Demnach seien neben Ismail auch zwei weitere afghanische sowie zwei pakistanische Extremisten festgenommen worden. Die Polizei hatte am Donnerstag mitgeteilt, den radikalen Geistliche, der ein umstrittenes Friedensabkommen mit den Taliban im Swat-Tal vermittelt hatte, festgenommen zu haben.

Maulana Sufi Mohammad hatte das Abkommen im Februar mit den von seinem Schwiegersohn Maulana Fazlullah in Swat angeführten Taliban ausgehandelt. Danach hatten die Behörden im Gegenzug für ein Ende des Aufstands die Einführung der islamischen Scharia-Rechtsprechung in der Region zugesagt. Die Extremisten hatten ihren Teil der Abmachung nicht eingehalten und ihre Kontrolle in der Region weiter ausgedehnt. Seit dem Scheitern des Abkommens gehen Regierungssoldaten nun massiv gegen die Militanten im Swat-Tal vor. Nach offiziellen Angaben sind dabei mehr als 1.250 Taliban getötet worden. Große Teile der Gegend sind demnach jetzt wieder unter Kontrolle der Regierung. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.

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