Russland blockiert UNO-Sitzung

Raketenstreit

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Russland blockiert UNO-Sitzung

Russland hat einen US-Vorstoß für eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats zum Raketenabwurf über Georgien blockiert. Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin, sagte am Donnerstag, einige Kollegen hätten einen entsprechenden Vorschlag gemacht. Es sei jedoch noch zu früh für eine Sondersitzung zu dem Thema. Die US-Gesandte Jackie Sanders betonte dagegen, Georgien solle die Chance haben, dem Sicherheitsrat seine Sicht der Dinge vorzutragen.

Expertengruppe macht Russland verantwortlich
Eine internationale Expertengruppe im Auftrag Georgiens hatte am Mittwoch ein Flugzeug aus Russland für den Raketenabwurf verantwortlich gemacht. Die Regierung in Moskau wies dies scharf zurück. Russische Ermittler sind am Donnerstag nach Georgien gereist und sollen am Freitag an der Stelle eintreffen, an der die Rakete gefunden wurde.

Russland hat die Ergebnisse der Kommission zurückgewiesen. "Die Behauptungen der georgischen Seite sind nicht ausreichend dokumentiert, und das präsentierte Material unserer georgischen Partner war nicht überzeugend", sagte der Leiter einer nach Georgien entsandten russischen Delegation, Waleri Kenjaikin, am Donnerstag in Tiflis.

Gespräche zwischen Russland und Georgien
Zuvor hatte die Gesandtschaft Gespräche mit Vertretern des georgischen Verteidigungsministeriums geführt. Dabei wurden ihr die Ergebnisse der von Tiflis beauftragen Experten aus Lettland, Litauen, Schweden und den USA präsentiert, die den russischen Raketenabwurf bestätigt hatten.

Die russische Delegation habe ihren georgischen Gesprächspartnern Radardaten gezeigt, die bewiesen, "dass kein russisches Flugzeug den georgischen Luftraum verletzt hat", sagte Kenjaikin weiter. Während ihres zweitägigen Aufenthalts in Georgien will sich die russische Gesandtschaft selbst ein Bild machen und dazu auch zu der Stelle in der Nähe des Dorfes Zitelubani fahren, wo die Rakete eingeschlagen sein soll.

Rakete nicht explodiert
Tiflis wirft Moskau vor, russische Flugzeuge hätten am Montag vergangener Woche eine Rakete auf georgisches Territorium abgefeuert. Die Rakete war etwa 65 Kilometer westlich der georgischen Hauptstadt Tiflis auf einen Acker niedergegangen, ohne dabei zu explodieren. Georgien spricht von einem "Aggressionsakt" Russlands. Die alten Spannungen zwischen beiden Staaten erhielten durch den Vorfall neue Nahrung.

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