Russland kippte Nuklearwaffen ins Meer

Gefährliche Fracht

 

Russland kippte Nuklearwaffen ins Meer

Russland hat bis Mitte der 90er Jahre heimlich radioaktive und chemische Altwaffen in den internationalen Gewässern der Ostsee "entsorgt". Laut einem Bericht des schwedischen Senders SVT erfuhren sowohl der schwedische Militärgeheimdienst als auch die Regierung bereits vor Jahren davon. Dennoch sei die Angelegenheit - offenbar u.a. aus Kostengründen - unter den Tisch gekehrt worden. Die russische Botschaft in Stockholm lehnte vorerst jeden Kommentar ab.

Stillgelegte Flottenbasis genutzt
Offenbar kippte die russische Marine nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zwischen 1991 und 1994 jeweils nächtens mehrere Ladungen ausgemusterte chemische und nukleare Kampfmittel von der stillgelegten Flottenbasis Karosta bei Liepaja (Lettland) ins Meer. Die illegale Entsorgung der Altwaffen geschah laut Geheimdienstinformationen innerhalb der schwedischen Wirtschaftszone östlich der Insel Gotland.

Bergung war Schweden zu teuer
Die Vorfälle sollen Ende 1999, beziehungsweise Anfang 2000 der Regierung in Stockholm zur Kenntnis gelangt sein. Die damalige Außenministerin, die drei Jahre später ermordete Anna Lindh, soll darüber "sehr aufgeregt" gewesen sein. Das Verteidigungsministerium habe hinsichtlich weiterer Maßnahmen aber mit der Begründung abgewunken, ohne die exakte Position des Waffenmülls zu kennen, sei die Suche und eventuelle Bergung der hochgefährlichen Stoffe zu teuer.

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