20. November 2009 07:33
Russland und die Ukraine haben ihre jüngsten Spannungen über Gaslieferungen
beigelegt. Die Energieriesen beider Länder, Gazprom und Naftogaz, hätten
sich auf neue Liefermengen geeinigt, sagte Russlands Ministerpräsident
Wladimir Putin am Donnerstag nach einem Gespräch mit seiner ukrainischen
Kollegin Julia Timoschenko. Die beiden Regierungschefs handelten den
Kompromiss am Rande eines Treffens der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten
(GUS) in Jalta auf der ukrainischen Halbinsel Krim aus.
Naftogaz hatte erklärt, zum Kauf von 52 Milliarden Kubikmetern Gas aus
Russland vertraglich verpflichtet zu sein, obwohl die Ukraine in diesem Jahr
lediglich etwas mehr als die Hälfte davon benötige. Dem ukranischen
Energiekonzern drohten empfindliche Geldbußen für den Fall, die festgelegte
Gasmenge nicht vollständig abzunehmen. Am Mittwoch hatte Timoschenko
angedroht, die Gebühren für den Transit von russischen Gas durch die Ukraine
nach Europa ab dem 1. Jänner 2010 verdoppeln zu wollen.
Ukraine will Rechnungen rechtzeitig bezahlen
Jetzt versicherte
Timoschenko ihrem russischen Kollegen Putin, dass ihr Land seine Rechnungen
für Gaslieferungen rechtzeitig bezahlen werde. Kiew werde außerdem alle
seine Verpflichtungen als Transitland für russische Gaslieferungen in
Richtung Westen erfüllen.
Putin hatte vergangene Woche davor gewarnt, dass Russland die Gaslieferungen
in die Ukraine erneut stoppen könnte, falls die Rechnungen nicht bezahlt
würden. Die Ukraine ist ein wichtiges Transitland für russische
Gaslieferungen an EU-Länder. Im vergangenen Winter hatte Moskau Kiew im
Streit über unbezahlte Rechnungen den Gashahn zugedreht. Der Lieferstopp
führte auch in der EU zu Versorgungsengpässen. Ein Viertel des in Europa
verbrauchten Gases stammt aus Russland, 80 Prozent davon werden über die
Ukraine geliefert.