Nach Hinrichtung

Nach Hinrichtung

Saddam Husseins Gedichte werden geprüft

Sie hätten die Unterlagen des ehemaligen Staatschefs zurückgefordert, sagte ein Vertreter des Anwaltteams von Saddam Hussein am Sonntag. Daraufhin hätten die US-Vertreter erklärt, sie wollten das Material erst gründlich durchgehen. Wann sie damit fertig sein würden, hätten sie nicht gesagt. Der Koran des ehemaligen Machthabers, den er während des gesamten Prozesses und bis zu seiner Hinrichtung bei sich gehabt hatte, sei den Angaben zufolge beim Staatsanwalt. Saddam Hussein hatte das Buch dem Sohn des früheren Präsidenten des Revolutionstribunals, Awad Ahmed al-Bandar, vermacht.

Mitangeklagte vor Hinrichtung
Bandar und der Halbbruder Saddam Husseins, Barsan al-Tikriti, sind beide ebenfalls zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Wann die Strafe vollstreckt werden soll, war am Sonntag weiter unklar. Die beiden waren zusammen mit Saddam Hussein am 5. November wegen des Massakers an 148 Schiiten aus dem Dorf Dujail zum Tode verurteilt worden. Saddam Hussein wurde am 30. Dezember durch den Strang hingerichtet.

Der einflussreiche Schiitenführer Abdelaziz al-Hakim forderte eine rasche Hinrichtung der beiden zusammen mit Saddam zum Tode verurteilten Ex-Funktionäre. Der Vorsitzende der SCIRI-Partei sagte: "Wir fordern vom Gericht und von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, dass die Vollstreckung der Todesstrafe beschleunigt wird." Außerdem müsse das Sondertribunal noch weitere Verfahren eröffnen. Vor Gericht gestellt werden sollten unter anderem diejenigen, die an der Niederschlagung des Schiiten-Aufstandes von 1991 und an den Mordkampagnen gegen schiitische Geistliche beteiligt gewesen seien.

Saddams Stimme im Gerichtssaal
Indes hat das Sondertribunal in Bagdad den Prozess wegen Völkermordes an den Kurden fortgesetzt. Der bisher immer für Saddam reservierte Stuhl auf der Anklagebank blieb leer. Die Stimme des Ex-Diktators, der in diesem Prozess zusammen mit sechs weiteren früheren Funktionären angeklagt war, ertönte aber trotzdem im Gerichtssaal. Als Beweismittel wurde eine Tonbandaufnahme abgespielt, in der zu hören war, wie Saddam mit Kommandeuren der irakischen Armee einst über den Einsatz von Giftgas sprach. Zu den sechs noch verbleibenden Angeklagten, die an der 34. Sitzung teilnahmen, gehört auch Saddams Cousin Ali Hassan al-Majid, der seit den Giftgasangriffen auf kurdische Dörfer in den 80er Jahren "Chemie-Ali" genannt wird.

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