Sarkozy präsentiert sich als enger Freund der USA

Antrittsbesuch

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Sarkozy präsentiert sich als enger Freund der USA

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat bei seinem Antrittsbesuch im Weißen Haus in Washington die wiederbelebte Freundschaft zwischen Frankreich und den USA bekräftigt. "Ich komme mit einer schlichten Botschaft: Ich möchte das Herz Amerikas dauerhaft zurückerobern", sagte Sarkozy beim Empfang bei seinem Amtskollegen George W. Bush am Dienstagabend (Ortszeit). "Wir haben ein gemeinsames Schicksal, nämlich das von zwei freien Völkern, die an Freiheit glauben und bereit sind, für Freiheit zu kämpfen", sagte Sarkozy.

Sarkozy versteht Streit um Irak nicht
Mit Blick auf die frühere Auseinandersetzung um den Irak-Krieg sagte Sarkozy: "Ich habe nie ganz verstanden, wieso wir mit den USA streiten mussten." Unter Sarkozys Amtsvorgänger Jacques Chirac war es zu Spannungen zwischen Paris und Washington gekommen. Die alten Konflikte würden die freundschaftlichen Beziehungen nicht weiter belasten, erklärte Sarkozy vor einem Abendessen mit Bush am Dienstag (Ortszeit). "Niemand fordert einen bedingungslosen sofortigen Abzug (der US-Truppen)." Er setze sich lediglich dafür ein, "dass das irakische Volk so schnell wie möglich über seine Zukunft entscheiden kann und seine Einheit sichern".

Weitere Themen: naher Osten und Iran
Wichtige Themen der Gespräche sollen die Lage im Nahen Osten und der Umgang mit dem Iran sein. Sarkozy bekannte sich bereits gleich nach seiner Ankunft zur einer harten Haltung gegenüber dem Iran im Streit um dessen Atomprogramm. Für Paris sei die Vorstellung, dass Teheran über eine Atombombe verfügen könnte, "nicht hinnehmbar". Die Krise könne nur durch UNO- und EU-Sanktionen gegen den Iran gelöst werden. Gleichzeitig setzte sich Sarkozy jedoch für einen "Dialog bis zur letzten Sekunde" ein und sprach dem Iran ein Recht auf die zivile Nutzung von Atomkraft zu.

Französisches Volk "ältester Freund Amerikas"
Bush erinnerte an den französischen General La Fayette, der in der Armee von George Washington im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-83) gegen Großbritannien gekämpft hatte. Er nannte das französische Volk "den ältesten Freund Amerikas". Frankreich und die USA seien sich einig, dass die Versöhnung im Irak notwendig sei, um Frieden im Nahen Osten zu schaffen. Beide Länder verurteilten Menschenrechtsverletzungen in der sudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur sowie in Burma (Myanmar).

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Sarkozy hatte zuvor sieben Veteranen des Zweiten Weltkriegs, die 1944 bei der Landung der Alliierten in Nordfrankreich dabei waren, zu Mitgliedern der französischen Ehrenlegion ernannt. "Wenn Europa heute im Frieden lebt, ist das auch Ihr Verdienst", sagte er. Frankreich werde das nie vergessen. "Wenn immer irgendwo in der Welt ein US-Soldat stirbt, dann denke ich daran, was die amerikanische Armee für uns getan hat", sagte Sarkozy.

Sarkozy hob vor den versammelten Geschäftsleuten des amerikanisch-französischen Handelsrats angesichts der anhaltenden Schwäche des Dollars gegenüber dem Euro hervor, dass die USA kein Interesse an einem "zu schwachen Dollar" hätten. Zugleich kündigte er an, sich bei seinem Besuch in China Ende November für eine Aufwertung des Yuan einzusetzen. Die Bush-Regierung fordert von Peking schon lange, den Yuan gegenüber dem Dollar aufzuwerten, da sie in der schwachen chinesischen Währung einen Hauptgrund für das enorme Defizit im US-Handel mit China sieht.

Sarkozys Ex-Frau ebenfalls in den USA
Sarkozy reist in Begleitung mehrerer Minister nach Washington, unter ihnen Außenminister Bernard Kouchner und Justizministerin Rachida Dati. Seine Ex-Frau Cecilia, von der er seit knapp vier Wochen geschieden ist, hält sich zur gleichen Zeit ebenfalls in den USA auf. Die "New York Post veröffentlichte am Montag ein Foto von Cecilia und ihrer Tochter beim Verlassen eines Restaurants in Manhattan.

"Sarko, der Amerikaner"
Sarkozy hatte Präsident Bush im Sommer bereits während seines Urlaubs in den USA getroffen. Damals war er auf dem Sommersitz der Familie Bush in Kennebunkport (Maine) zum Essen eingeladen und machte mit dem Präsidenten und dessen Vater, dem Präsidenten von 1989-1993, einen Ausflug mit dem Motorboot. In Frankreich wird er von Kritikern wegen seiner Nähe zu den USA bisweilen als "Sarko, der Amerikaner" bezeichnet.

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