10. November 2007 19:01
Die Zusammenstöße ereigneten sich im Vorfeld eines von Neonazis
angekündigten und amtlich verbotenen Marsches durch das jüdische
Stadtviertel von Prag. Die beiden Gruppen stießen in der U-Bahn-Station am
Platz der Republik zusammen, als sie auf dem Weg zu einer Kundgebung bzw.
Gegendemonstration anlässlichd es 69-Jahrestags der "Reichskristallnacht"
vom 9. auf den 10. November 1938 waren. Die Polizei griff ein und trennte
die beiden Gruppen.
Sprengstoff und Gaspistolen beschlagnahmt
Das jüdische Viertel
wurde unterdessen von Hunderten schwer bewaffneten Polizisten abgesichert,
um Gewalttätigkeiten zu verhindern. Zum Marsch wurden rund 500 Rechtsextreme
erwartet, darunter etwa 100 aus Deutschland. 30 Rechtsextremisten wurden auf
dem Weg zum Ausgangspunkt für die geplante Demonstration festgenommen. Die
Polizisten beschlagnahmten Sprengstoff, Schlagstöcke und Gaspistolen.
Demo gegen Rechtsextremismus
Zur selben Zeit fanden im
Stadtzentrum mehrere Veranstaltungen von Nicht-Regierungsorganisationen
statt, bei denen Hunderte Menschen der Opfer der von den Nazis
veranstalteten antisemitischen Pogrome vom November 1938 gedachten und gegen
die Aktivitäten der Rechtsextremen protestierten. Unter den Teilnehmern
waren auch mehrere Regierungs-sowie Oppositionspolitiker.
Allein in Wien waren bei den von den Nazis euphemistisch
"Reichskristallnacht" genannten Pogromen mindestens 27 Juden ermordet und 88
weitere schwer verletzt worden, 7.800 wurden verhaftet. 42 Synagogen und
Bethäuser wurden damals in Wien zerstört, 4.083 jüdische Geschäfte gesperrt,
1.950 Wohnungen zwangsgeräumt und konfisziert. Beim Besuch der
Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hat Kardinal Christoph
Schönborn am Donnerstag die "enorme Schuld" Österreichs und auch der Kirche
in diesem Land erinnert.