Schon 2 Tote bei Unruhen in Gabun

Umstrittene Wahl

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Schon 2 Tote bei Unruhen in Gabun

Bei Massenprotesten gegen das von der Opposition nicht anerkannte offizielle Ergebnis der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Gabun sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Vor allem in der zweitgrößten Stadt Port-Gentil ist es in der Nacht auf Samstag trotz Ausgangssperre erneut zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich brachte nach einem Angriff auf ihr Konsulat die meisten ihrer in Port-Gentil lebenden Staatsbürger in Sicherheit. Insgesamt leben mehr als 10.000 Franzosen in dem eineinhalb Millionen Einwohner zählenden Äquator-Staat an der afrikanischen Atlantikküste.

Zwei Tote
Ein Sprecher des gabunesischen Innenministeriums sagte, dass mehrere "glaubhafte Quellen" den Tod von zwei Menschen bei den seit Donnerstag andauernden Ausschreitungen gemeldet hätten. Ein AFP-Reporter sah im Krankenhaus von N'Tchengue südlich von Port-Gentil die Leiche eines 18-Jährigen; dieser erlag nach Angaben seines Bruders am Freitag einer Schussverletzung. Ein weiterer Mann sei am Donnerstag in Port-Gentil von einer Kugel am Kopf getroffen worden und tags darauf verstorben, sagten Angehörige. Einwohner berichteten von Schüssen während der gesamten Nacht. Im Verlauf der Ausschreitungen wurden mehrere öffentliche Gebäude und ein Sport- und Freizeitheim des französischen Ölkonzerns "Total" verwüstet. Bereits am Freitag waren zahlreiche Geschäfte und Tankstellen angegriffen und in Brand gesetzt worden.

Widerstand
Die Demonstranten werfen Frankreich vor, den zum neuen Präsidenten proklamierten 50-jährigen Ali Bongo als Nachfolger seines nach 42-jähriger Herrschaft verstorbenen Vaters Omar Bongo "eingesetzt" zu haben. Die Oppositionspartei Union des Gabunesischen Volkes (UPG) des Präsidentschaftskandidaten Pierre Mamboundou (62) rief zum "Widerstand" auf. In der Hauptstadt Libreville wurden die Sicherheitsvorkehrungen vor dem Qualifikationsspiel zwischen Gabun und Kamerun zur Fußball-Weltmeisterschaft am Samstag drastisch verschärft.

Soldaten in Bereitschaft
Frankreich unterhält in Gabun eine Militärbasis mit 1500 Soldaten. 120 französische Unternehmen, insbesondere der Total-Konzern, sind in dem 1960 unabhängig gewordenen Land engagiert. Ali Bongo appellierte am Freitag in einer Proklamation an die oppositionellen Kräfte, die Wahlentscheidung zu akzeptieren: "Das Volk hat gesprochen, und das Volk ist der Souverän!"

Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner hatte am Freitag erklärt, zwar habe es einige Unregelmäßigkeiten während der Wahlvorbereitung gegeben, doch sei die Stimmenauszählung "bestmöglich kontrolliert" worden. Frankreich habe sich zu keinem Zeitpunkt in den Wahlvorgang eingemischt und keinen der Kandidaten bevorzugt.

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