Selbstmordanschläge in Nord-Afghanistan angedroht

Taliban

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Selbstmordanschläge in Nord-Afghanistan angedroht

Im Norden Afghanistans haben die Taliban mit Selbstmordanschlägen auch im Kommandobereich des deutschen Bundeswehrkontingents der NATO-geführten Schutztruppe ISAF gedroht. Ein führender Taliban-Kommandant sprach am Mittwoch von Hunderten Attentätern, die in die Städte ausgeschwärmt seien, um "ausländische Besatzungstruppen und ihre afghanischen Sklaven anzugreifen". Die Taliban-Kämpfer seien auch in "Städten im Norden Afghanistans auf der Suche nach lohnenden Zielen", sagte Mullah Hajatullah Khan in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Mindestens 130 Selbstmordanschläge seit Jänner
Bei mindestens 130 Selbstmordanschlägen sind seit Jänner mehr als 200 Menschen in Afghanistan getötet worden. Für das kommende Jahr drohte Hajatullah Khan eine Intensivierung an. "2008 wird das blutigste Jahr für die US-Truppen und ihre Verbündeten, und wir werden das afghanische Land in einen Friedhof für ausländische Soldaten verwandeln."

Regierung kann sich nur mit westlicher Hilfe halten
Die pro-westliche Regierung des Präsidenten Hamid Karzai in Kabul kann sich derzeit nur mit Hilfe von 40.000 ausländischen Soldaten halten. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem jüngsten Kurzbesuch in Afghanistan entgegen der US-Forderung klargestellt, dass keine deutschen Truppen in den besonders umkämpften Süden Afghanistans geschickt werden sollen. Der deutsche Stabschef der NATO-geführten Schutztruppe ISAF, General Bruno Kasdorf, hatte über fehlende Unterstützung der Militärmission geklagt und Motivationsprobleme bei den deutschen Soldaten angedeutet. Mittlerweile bestehe "ganz konkret" die Gefahr, dass die afghanische Bevölkerung zu den Taliban überlaufe, hatte Kasdorf in einem "stern"-Interview erklärt. "Wenn die Bevölkerung irgendwann gegen uns ist, ist es besser, wir packen unsere Sachen und gehen nach Hause. Dann haben wir keine Chance mehr, dieses Land in die Reihe zu bekommen."

Zahlreiche Tote nach Luftangriffen
Bei Luftangriffen im Süden Afghanistans sind am Dienstag zahlreiche Kämpfer der Taliban getötet worden. Wie die US-Armee am Mittwoch mitteilte, wurde eine große Gruppe von Aufständischen in der Provinz Uruzgan getötet, nachdem sie einen militärischen Aufklärungstrupp angegriffen hätten. Die Koalitionstruppen gaben den Tod eines ihrer Soldaten bekannt, der allerdings nicht bei Kämpfen gestorben sei.

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