Sex-Magazine scharf auf Spitzers Callgirl

Nach Skandal

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Sex-Magazine scharf auf Spitzers Callgirl

Nachdem der New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer wegen eines Sexskandals zurückgetreten ist, könnte das Callgirl, das im Mittelpunkt der Affäre steht, jetzt Kasse machen. Die beiden US-Sexmagazine "Hustler" und "Penthouse" haben Interesse an einer Zusammenarbeit mit der 22-Jährigen bekundet. "Sie ist jung. Sie ist hübsch. Sie ist ein Model", sagte "Hustler"-Herausgeber Larry Flynt am Donnerstag. "Wir würden sehr gerne ins Geschäft mit ihr kommen und werden an sie herantreten."

Flynt hat wenig Hoffnung
Große Hoffnung hat Flynt aber nicht. "Sie wird vermutlich ein Buch schreiben, wahrscheinlich wird es auch einen Film geben", vermutet er. Die junge Frau werde so viele Angebote bekommen, dass es wohl reines Wunschdenken bleibe, sie für sein Magazin zu gewinnen, erklärte Flynt. Der Verleger hatte im vergangenen Sommer in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige eine Million Dollar (640.000 Euro) Belohnung für jeden ausgesetzt, der beweisen kann, dass er oder sie ein verbotenes sexuelles Verhältnis mit einem prominenten Politiker hat.

spitzer

"Kirsten"/(c) AP

Die junge Frau hatte sich unter dem Decknamen "Kristen" mit Spitzer getroffen. Die Ermittler waren den Kontakten des demokratischen Politikers zu dem Prostituiertenring laut Medienberichten auf die Spur gekommen, als dieser einen Termin mit einer teuren Prostituierten in einem Hotel in Washington vereinbarte. Er trat daraufhin zurück.

"Persönliches Fehlverhalten"
Mit dem Amtsverzicht ziehe er die Konsequenzen aus seinem "privaten Fehlverhalten", sagte der US-Demokrat am Mittwoch in New York. "Während meiner Karriere im Staatsdienst habe ich immer darauf bestanden, dass Menschen ungeachtet ihrer Stellung für ihr Handeln Verantwortung tragen", sagte Spitzer. "Nichts weniger erwarte ich auch von mir selbst." Erneut vermied es Spitzer, sich im Detail zu den Vorwürfen zu äußern. Ein Bekenntnis zu strafbarem Handeln legte er nicht ab. Spitzer war erst seit 2007 im Amt.

Saubermann und Sheriff
Der Regierungschef des Staates New York, der sich vor allem als Saubermann und "Sheriff der Wall Street" einen Namen gemacht hatte, war offenbar bei einem Lauschangriff der Bundespolizei FBI ertappt worden, als er bei einem illegalen Prostitutionsring telefonisch Liebesdienstleistungen bestellte. US-Presseberichten zufolge soll er in den vergangenen zehn Jahren bis zu 80.000 Dollar an den Ring gezahlt haben. Die "New York Times" hatte zu Wochenbeginn enthüllt, der Gouverneur sei bei mehreren Telefonaten zur Anbahnung eines Treffens mit einer Edel-Prostituierten abgehört worden.

Öffentliche Entschuldigung
Trotz einer öffentlichen Entschuldigung, die er am Mittwoch im Beisein seiner Frau wiederholte, stand Spitzer unter massivem Rücktrittsdruck. Bei seiner Ankündigung waren keine Pressefragen zugelassen, wie in der Live-Übertragung des US-Nachrichtensenders CNN zu sehen war. Die oppositionellen Republikaner im US-Ostküstenstaat hatten mit einem Amtsenthebungsverfahren für den Fall gedroht, dass er Gouverneur bleiben sollte. US-Medieninformationen zufolge hätten auch demokratische Abgeordnete ein solches Verfahren unterstützt.

Rekordergebnis bei Gouverneur-Wahl
Im November 2006 war Spitzer mit dem Rekordergebnis von 69 Prozent zum Gouverneur des Staats New York gewählt worden und hatte das Amt Anfang 2007 übernommen. Er galt als einer der Hoffnungsträger der Demokratischen Partei. Als Gouverneur kündigte er neue ethische Standards für die Politik an. Zuvor war er acht Jahre lang oberster Staatsanwalt des Staates New York gewesen. Als Strafverfolger machte er durch sein hartes Vorgehen gegen Finanzkriminalität an der Wall Street Schlagzeilen. Mindestens zweimal ließ er auch einen Prostitutionsring auffliegen und verschärfte zudem den Kampf gegen Korruption. Spitzer ist einer von 800 ungebundenen "Super-Delegierten" für den Parteitag der Demokraten Ende August.

paterson

(c)
Nachfolger ist blind
Spitzer kündigte an, die Amtsgeschäfte am kommenden Montag an seinen Stellvertreter David Paterson übergeben zu wollen. Paterson wäre der erste afroamerikanische Gouverneur des Bundesstaats New York und der erste blinde Gouverneur in der US-Geschichte. Der designierte Regierungschef kündigte einen raschen Schlussstrich unter die Affäre an. "Es ist nun Zeit für (New Yorks Landeshauptstadt) Albany, sich wieder an die Arbeit zu machen und das zu tun, was die Menschen von uns erwarten."

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