Skandal um Stimmzettel-Betrug in der Schweiz

Bei Italien-Wahl

Skandal um Stimmzettel-Betrug in der Schweiz

Im Zentrum der Kritik steht die christdemokratische UDC von Pier Ferdinando Casini. Ihr wird vorgeworfen, in der Schweiz Wahlbetrug versucht haben. Eine UDC-Sprecherin in Rom erklärte am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, der Partei seien die Vorwürfe bekannt. Die UDC wolle im Moment dazu keine Stellung nehmen, sagte sie. Denn der Fall liege beim Berufungsgericht in Rom, das für die Überwachung der Wahlen unter den Auslandsitalienern zuständig sei.

Wahlzettel aus falschem Papier
Am Sonntagabend hatte die Europäische Regenbogen-Linke (Sinistra del Arcobaleno) eine Aufklärung der Vorwürfe verlangt. Nach ihrer Darstellung wiesen die Stimmenzähler tausender Wahlzettel aus der Schweiz eine andere Farbe und Papierkonsistenz auf als der übrigen Wahlzettel. Viele dieser möglicherweise gefälschten Wahlzettel seien zudem "von der gleichen Hand" ausgefüllt worden und hätten die Namen von drei Schweizer UDC-Kandidaten getragen.

"Wenn ich betrügen würde, dann geschickter"
Einer der von den Regenbogen-Linken beschuldigte UDC-Kandidaten, Emiddio Bulla, zeigte sich gegenüber der SDA über die Vorwürfe "konsterniert". Die Vorwürfe seien absurd. "Wenn ich betrügen würde, dann geschickter", sagte er. Vermutlich sei er Opfer eines Komplotts, weil er selbst "Mauscheleien" in einigen italienischen Konsulaten in der Schweiz publik gemacht habe.

Die Briefwahl für Auslandsitaliener steht schon lange in der Kritik, weil die Betrugsgefahr groß ist. Zudem waren in der Schweiz zahlreiche Wahlzettel falsch adressiert und erreichten ihre Empfänger nicht. Bereits bei den Wahlen 2006 waren in der Schweiz Betrugsvorwürfe laut geworden.

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