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So verliefen die ersten 72 Stunden im Tschad

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So verliefen die ersten 72 Stunden im Tschad

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07:15 Uhr: Soldaten bleiben im Tschad
Die derzeit 17 österreichischen Bundesheersoldaten werden so lange im Tschad bleiben, als "ihre Sicherheit nicht massiv gefährdet ist". Dies erklärte der Leiter des Führungsstabes im Verteidigungsministerium, General Christian Segur-Cabanac, am Montagabend in der Sendung "Runder Tisch" des ORF. Für den Fall eines Sieges der Rebellen und des Sturzes der Regierung müssten "neue politische Beschlüsse in der EU" abgewartet werden. Ebenso wie SP-Klubchef Josef Cap schloss Segur-Cabanac nicht aus, dass die EUFOR-Mission zum Schutz der hunderttausenden Flüchtlinge im Tschad auch abgebrochen werden könnte.

Massenflucht
Der Angriff von Rebellen auf N'Djamena hat eine Massenflucht in das Nachbarland Kamerun ausgelöst. Tausende von Menschen überquerten den Chari-Fluss, während in der Stadt am Montag nach Berichten von Augenzeugen im US-Nachrichtensender CNN eine "schreckliche Lage" herrschte. Über die Intensität der Kämpfe lagen widersprüchliche Angaben vor.

In einer dramatischen Rettungsaktion brachten französische Streitkräfte in N'Djamena auch zahlreiche deutsche Bürger aus der deutschen Botschaft in Sicherheit. Von dort seien auch andere Europäer, die sich in die Vertretung geflüchtet hatten, zum Flughafen gebracht worden.

Das war Tag 3

22:40 Uhr: Österreichischer Kommandant im Tschad: "Es geht uns gut"
Der Kommandant der österreichischen Truppen im Tschad, Oberst Heinz Assmann, hat in der "Zeit im Bild" des ORF am Montagabend betont, es gehe den 15 österreichischen Soldaten in einem Camp in der Nähe des Flughafens von N'Djamena gut. Die österreichische Truppe sei "ungefährdet". Man halte sich bereit für die Entscheidung der Europäischen Union über die Zukunft der EUFOR-Mission in dem zentralafrikanischen Land.

Außer den 15 Soldaten in N'Djamena hielten sich auch zwei Bundesheerangehörige in Abeche im Osten des Landes auf, sagte Assmann. Dort sei es jedoch "absolut ruhig".

21.45:Uhr: US-Botschaft im Tschad geräumt
Angesicht der schweren Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen im Tschad haben die USA ihre dortige Botschaft evakuiert. In der diplomatischen Vertretung in der Hauptstadt N'Djamena arbeiteten mehrere Dutzend US-Bürger, wie Außenamtssprecher Sean McCormack am Montag mitteilte. Von den mehreren hundert Amerikanern, die sich im Tschad aufhielten, hätten bisher aber weniger als hundert das zentralafrikanische Land verlassen.

20:05 Uhr: Vorwürfe gegen Sudan
Die tschadische Regierung warf dem benachbarten Sudan vor, die Rebellenoffensive zu unterstützen. Auch Frankreich vermutete eine sudanesische Verwicklung. Der sudanesische Außenamtssprecher Ali el Sadek wies eine Beteiligung sudanesischer Truppen bei den Kämpfen im Tschad zurück. Die Rebellen hatten am Freitag von der sudanesischen Grenze kommend N'Djamena erreicht.

18:40 Uhr: UN-Sicherheitsrat verurteilt Rebellenangriffe im Tschad
Der UN-Sicherheitsrat hat die Rebellenangriffe im Tschad "scharf verurteilt". In der am Montag einstimmig verabschiedeten, nicht bindenden Erklärung werden zudem alle UN-Mitgliedstaaten aufgefordert, die Regierung im Tschad zu unterstützen.

Die Forderung, die Regierung von Präsident Idriss Deby "mit allen notwendigen Mitteln", also auch militärisch zu unterstützen, war in dem Text nicht enthalten. Russland hatte gegen die von Frankreich gewünschte Formulierung Vorbehalte geäußert und damit am Sonntag eine Einigung im höchsten Gremium der Vereinten Nationen verhindert.

18:00 Uhr: UNHCR-Appell zur Einstellung der Gewalttätigkeiten
Das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) ist angesichts der Kämpfe im Tschad in "immer größerer Sorge" über die Folgen für die Flüchtlinge und die humanitäre Situation. Das UNHCR appelliert, die "Gewalttätigkeiten einzustellen und die humanitären Grundsätze zu respektieren", wie der geschäftsführende Leiter des Büros des UNHCR in Österreich, Roland Schönbauer, am Montagabend erklärte.

17:05 Uhr: Tausende fliehen aus der Hauptstadt
Die Kämpfe in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena treiben die Menschen in die Flucht. Das teilte eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks in Genf, Helene Caux, mit. Mitarbeiter aus dem Tschad hätten gemeldet, es sei in schwerem Beschuss unmöglich, sich in N'Djamena zu bewegen. Tausende von Menschen flohen aus der Hauptstadt.

16:10 Uhr: Französische Armee brachte 840 Ausländer in Sicherheit
Die französische Armee hat seit Samstag rund 840 Ausländer aus dem Tschad in Sicherheit gebracht. Französische Transportmaschinen seien bisher zehnmal zwischen der tschadischen Hauptstadt N'Djamena und der Hauptstadt von Gabun, Libreville, hin-und hergeflogen, sagte ein Sprecher des Generalstabs am Montag in Paris. Knapp 300 Ausländer warteten an Sammelpunkten und in einem französischen Lager am Flughafen noch auf die Ausreise.

15:40 Uhr: Gusenbauer: Einsatz gilt ausschließlich humanitären Zwecken
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer erklärte am Montag, dass die Sicherheit der österreichischen Soldaten "auch derzeit gewährleistet ist". Was in der Diskussion um den Tschad-Einsatz derzeit aber zu oft vergessen werde, sei die Tatsache, dass es sich dabei um einen humanitären Einsatz für mehr als 100.000 Flüchtlinge handelt, nicht um eine Parteinahme für irgendeine Seite. "Strikte Neutralität ist das Gebot der Stunde", so Gusenbauer.

14:39 Uhr: Gusenbauer stellt sich hinter Darabos
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer stärkt seinem Verteidigungsminister den Rücken. Seinem Beharren auf dem Hilfseinsatz stimme er "voll inhaltlich" zu. Es gehe um das Überleben von hunderttausenden Flüchtlingen. Die EU-Truppe dürfe aber keinesfalls auf irgendeine Seite gezogen werden: "Strikte Neutralität ist das Gebot der Stunde."

13:50 Uhr: Tschad bedauert Opfer
Der tschadische Außenminister Ahmat Allami bestätigt, dass in der Hauptstadt sehr viel zerstört worden ist. Vor allem aber bringt der Chefdiplomat sein Bedauern über die zivilen Opfer zum Ausdruck.

13:31 Uhr: Bundesheer in Warteposition
Die österreichischen Soldaten befinden sich jetzt "in Warteposition". Laut SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos schaut es so aus, als ob sich die Lage in N'Djamena beruhigen würde. Gescheitert sei die Mission jedenfalls nicht.

13:10 Uhr: Bundesheer im Camp eingelangt
Wie wir soeben erfahren sind die österreichischen Soldaten im französischen Lager beim Flughafen eingetroffen. Sie hatten in der Früh um 8:30 das Hotel verlassen, um sich zusammen mit den anderen EU-Militärs an einem sichereren Ort zu sammeln.

12:40 Uhr: Polnisches Kontingent reist nicht an
Der Abmarsch des polnischen Kommandos wird auf Beschluss von Verteidigungsminister Bogdan Klich vorläufig gestoppt. Sein Argument: "Ich kann unsere Soldaten nicht in das Auge des Zyklons schicken." Polen hat sich verpflichtet, 500 Soldaten bereitzustellen. Klich wartet jetzt auf eine Stabilisierung der Lage.

12:35 Uhr: EU bleibt bei Tschad-Einsatz
Die EU will ihre Friedenstruppe nicht abziehen. Das hat der EU-Außenbeauftragte Javier Solana eben in Brüssel bestätigt. Immerhin haben die 27 EU-Staaten erst vorigen Montag einstimmig den Startschuss für die Mission gegeben. Auch die slowenische Ratspräsidentschaft bekräftigt, "mit der Stationierung der Truppen fortzufahren, sobald es die Umstände erlauben".

12:27 Uhr: Oppositionelle festgenommen
Die tschadische Armee hat am Sonntag Oppositionelle festgenommen. Das wird eben erst bekannt. Über die Gründe der Festnahmen und die Zahl der Verhafteten liegen noch keine Informationen vor. Klar ist nur, es handelt sich um Zivilisten, nicht um bewaffnete Aufständische.

11:15 Uhr: Darabos rechtfertigt sich
Der rote Verteidigungsminister erklärt sein Beharren auf dem Einsatz so: "Es besteht nach wie vor keine direkte Gefährdung unserer Soldaten. Ein Rückzug der EUFOR-Soldaten wäre das falsche Signal in Hinblick auf den eigentlichen Auftrag: Der Schutz und die Hilfe für die Flüchtlinge im Osten des Landes." Auf EU-Ebene stimmt man sich permanent auf einander ab.

Die Europäische Union hatte am Sonntag beschlossen, den weiteren Aufmarsch der EUFOR auszusetzen. Die ursprünglich für morgen geplante Verlegung eines Teil-Kontingents findet dementsprechend nicht statt.

10:55 Uhr: Darabos cancelt NY-Reise
Der Verteidungsminister hat seine für Dienstag und Mittwoch geplante New-York-Reise wegen der Tschad-Krise abgesagt. Das vorgesehene Treffen mit UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon wird also nicht stattfinden, Darabos will aber mit ihm über die Lage im Tschad telefonieren.

10:20 Uhr: Geheimdienst auf Erkundungsgang
Gerüchte tauchen auf, dass Mitglieder des militärischen Geheimdienstes in anderen Teilen des Tschad (außerhalb der Hauptstadt) auf Erkundung sind. Verteidigungsminister Darabos will das weder bestätigen noch dementieren.

08:29 Uhr: Darabos kritisiert EU-Vorbereitung
Der Verteidigungsminister findet es "bemerkenswert, wenn ein Rebellenaufmarsch über tausende Kilometer so ungehindert erfolgen kann." Offenbar hat sich niemand den Aufständischen in den Weg gestellt. Andererseits zeigt das, dass Frankreich nicht auf der Seite von Präsident Deby steht, sondern neutral ist.

08:15 Uhr: Bundesheersoldaten bleiben
Verteidigungsminister Norbert Darabos bleibt dabei: die 15 Soldaten im Hotel in N'Djamena werden nicht heimgeholt, aber aus ihrer derzeitigen Unterkunft im Hotel zurück ins Camp der Franzosen zum Flughafen verlegt. Die Verlegung wird heute vorbereitet.

07:50 Uhr: Wieder eine ruhige Nacht
In der Nacht war kein Gefechtslärm zu hören, die Kämpfer haben pausiert. Die tschadische Armee behauptet, sie hätte die Rebellen in die Flucht geschlagen. Die Rebellentruppen haben sich aber nur Richtung Stadtgrenze zurückgezogen, um sich neu zu formieren und damit sich Zivilisten außerhalb von N'Djamena in Sicherheit bringen können.

Das war Tag 2

21:45 Uhr: Franzosen haben 700 Zivilisten ausgeflogen
Die französischen Streitkräfte haben am Wochenende mehr als 700 Ausländer aus der umkämpften Hauptstadt des Tschad nach Gabun ausgeflogen. Von ihnen seien 199 am Sonntag in Richtung Paris weitergeflogen. Diese Passagiere, darunter 130 Franzosen und 69 Menschen aus 27 anderen Staaten, wurden kurz vor Mitternacht in Paris erwartet.

20:30 Uhr: Österreichischen Soldaten geht es gut
Kontingentskommandant Oberst Heinz Assmann erklärte in der ORF-ZiB 1: "Alle Österreicher im Einsatzraum Tschad sind wohlauf." Auch ein Rebellensprecher habe festgestellt, dass die EUFOR nicht gefährdet und kein Angriffsziel sei, so ferne sie sich nicht in die Kampfführung einmische.

20.00 Uhr: Wir haben uns an den Gefechtslärm gewöhnt
Dauerfeuer im Osten. Doch wir haben das Gefühl, im Hotel sicher zu sein. Die nächste Nacht im Krieg bricht an.

18.00 Uhr: Die Auseinandersetzungen sind heftig wie lange nicht
Für die österreichischen Soldaten beginnt die nächste Drei-Stunden-Schicht auf dem Dach. Bei Einbruch der Dunkelheit wird es langsam etwas ruhiger.

17.30 Uhr: EU-Mission vorerst ausgesetzt
Angesichts der unsicheren Lage bleibt die Mission der EU-Friedenstruppe (EUFOR) vorerst ausgesetzt. Dies beschlossen die Botschafter der 27 EU-Staaten nach Angaben aus Diplomatenkreisen auf einer Krisensitzung am Sonntag in Brüssel. Die Aussetzung der EUFOR-Truppenentsendung gelte so lange, bis die Situation im Tschad wieder klarer sei. Die Botschafter würden am Dienstag wieder zusammenkommen, um die aktuelle Lage zu erörtern.

17.00 Uhr: Nach einer Stunde im Keller wage ich mich mit zwei Soldaten wieder aufs Hoteldach
Vor dem Parlament bricht ein Zivilist tot zusammen. Die Auseinandersetzungen sind heftig wie seit Samstag nicht. Die Regierungstruppen dringen Richtung Osten vor und wollen die Rebellen dort überraschen.

16.00 Uhr: Plötzlich spitzt sich die Lage binnen Minuten zu
Fünf Kampfpanzer der Regierungstruppen ziehen am Hotel vorbei. 100 Pick-ups folgen. Der Gegenangriff der Regierung beginnt. Die Kampfzone liegt nur rund 500 Meter vom Hotel entfernt. Gewehrsalven. Dann Hektik und Alarm im Hotel: Wir laufen alle gemeinsam in den Sauna-Keller, um uns zu schützen.

15.15 Uhr: Rund 50 Meter vom Hotel entfernt ist ein Krankenhaus
Immer wieder bringen Rebellen ihre Verwundeten in das Spital. Der Gefechtslärm hat auch am Sonntag den ganzen Tag über angehalten hat. Vom Hoteldach aus habe ich bisher einen Toten gesehen.

14.20 Uhr: Ich höre Hubschrauberlärm, laufe auf das Hoteldach um nachzusehen
Zwei ausgediente, russische Hubschrauber, die offensichtlich den Regierungstruppen im Tschad gehören, sind direkt über dem Hotel. Ohrenbetäubender Lärm. Von den Hubschraubern wurden zwei Raketen Richtung Osten geschossen. Angeblich kommen Regierungstruppen aus dem Osten in Richtung Stadt, um die Rebellen zurückzudrängen.

13.00 Uhr: Ich gehe in den Ostflügel des Hotels
Dort haben die österreichischen Soldaten ihre Kommandozentrale eingerichtet. Alles hier ist streng geheim. Am Boden vor der Zentrale schlafen einige der Soldaten. Ziel: Die Truppe soll immer zusammenbleiben. Nur die zwei Wachesoldaten auf dem Dach sind von der Gruppe ­getrennt.

11:10 Uhr: Generalstabschef des Tschad tot
Bei Kämpfen mit Rebellen ist der Generalstabschef der Armee gefallen. Daoud Soumain ist schon am Freitagabend in Massaguet rund 50 Kilometer von N'Djamena entfernt getötet worden. Der tschadische Präsident Idriss Deby selbst ist nach wie vor im Land. Der Sonntag dürfte ein entscheidender Tag werden.

11.00 Uhr: Wieder auf dem Dach des Kempinski
Im Osten sehe ich Rauchsäulen. Kommandant Assmann hat mir versichert, dass wir im Hotel sicher sind. An einen Abzug denkt Assmann im ­Moment nicht.

9.00 Uhr: Ich treffe auf den Arzt der österreichischen Truppe. Dr. Johannes Griess
Er ist der Held des Tages. Am Samstag wurde die saudische Botschaft zerbombt. Eine Angestellte und ihre Tochter sind tot. Ein vierjähriges Mädchen wurde schwer verletzt, hat Splitter am ganzen Körper. Das Mädchen wurde ins Kempinski gebracht, wo sich Griess und ein Sanitäter aus Österreich um das Kind kümmern, ihm das Leben retten. Aber sie verlieren nicht viele Worte darüber.

7.45 Uhr: Ein Teil der Soldaten sitzt beim Frühstück
Sie haben die gesamte Nacht in Zweierschichten am Dach Wache gehalten. Wir bekommen Informationen von französischen Soldaten im Tschad und hören: 400 Auslandsfranzosen sind in der Nacht in Richtung Gabun ausgeflogen worden. Sie waren im Camp ganz in der Nähe des Flughafens untergebracht gewesen und konnten so ohne grobe Schwierigkeiten zum Flugzeug gelangen. Unser Hotel ist vom Flughafen weit entfernt. Für uns wäre es im ­Moment unmöglich, bis zum Flughafen vorzudringen. Doch im Hotel sind wir ­sicher – vermutlich.

7.00 Uhr: Donnergrollen
Ich schrecke aus meinem Bett hoch. Die Nacht habe ich in meinem Zimmer im Hotel Kempinski mitten in N’Djamena verbracht. Wir mussten nicht mehr in den Hotelkeller, wo die Sauna uns am Samstag als eine Art Bunker zum Schutz vor den vorbeiziehenden Rebellen diente. Wieder Donnergrollen – schnell wird mir klar, dass es sich dabei um Bombeneinschläge handelt. Im Osten der Stadt sehe ich von meinem Zimmer aus Rauchwolken.

Das war Tag 1

21:30 Uhr: Lage ruhig
Derzeit gestaltet sich die Lage als ruhig. Die Rebellen dürften sich zur Nachtruhe zurückgezogen haben. oe24.at hält Sie am Laufenden.

19.30 Uhr: Nur noch 30 Personen im Hotel
Es ist stockdunkel draußen. Die Lage ist angespannt. Wir versuchen uns durch kurze Gespräche abzulenken. Es sind nur mehr 30 Personen hier im Kempinski-Hotel: Die 14 österreichischen Soldaen, drei Spanier, die Hotelangestellten und ich.

19:18 Uhr: Nachbarhotel bereits komplett zerstört
Derzeit gruppieren sich die Rebellen rund um das Hotel. Im benachbarten Hotel Le Meridien sind Rebellen bereits im Hotel eingedrungen, dort haben sich Auslands-Franzosen gerade für die Evakuierung versammelt. Die Hotel-Lobby im Nachbarhotel wurde völlig zerstört.

19:00 Uhr: Rebellen greifen Hotel der Österreicher an
Kurz vor 19 Uhr haben die Rebellen erstmals versucht, das Hotel Kempinski, in dem sich die österreichischen Soldaten befinden, anzugreifen. Ein Rebell versuchte mit Maschinengewehr in die Hotel-Lobby vorzudringen, wurde von den Hotelangestellten und den Soldaten abgewehrt.

18.30 Uhr: Angst vor der Nacht
Es wird dunkel. Mir ist unklar, ob ich die Nacht in meinem Hotelzimmer verbringen kann, oder doch besser in den Hotel-Sauna-Bunker gehe. Die Soldaten beruhigen mich. Es ist teilweise gespenstisch ruhig. Ich gehe noch einmal aufs Dach und versuche eine Internet-Verbindung zu bekommen. Keine Chance. Zwei Soldaten sind mit mir am Dach. Die Österreicher werden sich in der Nacht am Dach abwechseln und Wache schieben.

17:46 Uhr:
Die Evakuierungen schreiten voran. 53 UNO-Mitarbeiter sollen um 22 Uhr aus dem Land geholt werden.

17.30 Uhr:
Langsam wird es ruhiger. Nur mehr vereinzelt fallen Schüsse. Gerüchte werden laut, dass 700 der 1.500 Auslands-Franzosen, die hier im Tschad sind, bald evakuiert werden.

17:02 Uhr:
ÖSTERREICH-Reporter Andreas Lexer in der ZIB: "Es geht uns allen gut!"

16:45 Uhr:
Der Gefechtslärm draußen nimmt langsam wieder ab.

16:30 Uhr: Plünderungen gehen weiter
Derzeit wird heftig weitergeplündert.

16:00 Uhr: Evakuierungen
Die Gerüchte, dass die Franzosen bald großräumige Evakuierungsmaßnahmen für die 700 im Tschad lebenden Franzosen starten werden, verdichten sich.

15:50 Uhr:
Ich verlasse das Hoteldach. Ich versuche mich in der Hotellobby etwas abzukühlen, rede mit den Soldaten. Sie haben mittlerweile ihre Familien kontaktiert.

15:49 Uhr: Angst in der Hotel-Lobby
Die Menschen im Nobelhotel Kempinski halten sich fern von Türen und Fenstern. Alle Vorhänge sind komplett zugezogen. Sie leben mit der Angst, dass sich jederzeit eine Kugel verirren und sie treffen könnte.

15:36 Uhr: Wilde Gefechte
ÖSTERREICH-Reporter Andreas Lexer hat sich in der Hotellobby verschanzt. Von draußen ist lauter Gefechtslärm hörbar.

15:00 Uhr:

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Al Jazzeera zeigt als erster TV-Sender Live-Bilder aus dem Tschad.

Der Zug der Rebellen, direkt vorbei am Hotel, reißt immer wieder ab. Sie kommen mit ihren Pick-Ups jetzt schubweise vorbei. Teilweise werden sie von der Bevölkerung mit Jubel empfangen. Ich fotografiere alles. Jetzt wird mir so richtig klar: Wir waren hier Augenzeugen eines Putsches.

14:35 Uhr: Wo ist Präsident Deby?
Wieder am Dach. Im Hintergrund sieht man brennende Häuser. Präsident Idriss Déby soll sich im Präsidentenplast verschanzen.

14:20 Uhr: "Zeugen eines Putsches"
ÖSTERREICH-Reporter Andreas Lexer sagte: "Wir wurden Zeugen eines Putsches!" Die Rebellen haben die Macht im Land an sich gerissen.

14:00 Uhr: Lage beruhigt sich
Die heftigsten Kämpfe sind abgeflaut. Die Lage scheint, langsam ruhiger zu werden .

13:30 Uhr Angst vor Schüssen
Wieder raus aus dem Keller. Draußen ist es ruhig. Ich gehe in die Lobby. Alle Vorhänge sind zugezogen. Im Hintergrund hört man die Gefechtssalven. Ein Hotelangestellter bittet mich, vom Fenster wegzugehen. Die Gefahr, dass mich Querschläger – fehlgeleitete Kugeln – treffen, ist zu groß.

13:15 Uhr: Regierungstruppen geben auf
Die Rebellen sollen die Regierungstruppen vernichtend geschlagen haben. Diese sollen bereits aufgegeben haben.

13:08 Uhr: Fanzösische Soldaten beschützen Auslands-Franzosen
150 Mann der französischen Truppe im Tschad haben den Schutz über 700 Franzosen in N'Djamena übernommen.

13:05 Uhr: Regierungstruppen kurz vor der Aufgabe
Ein Sprecher der Rebellen hat verlautbart, dass die Regierungstruppen von Präsident Deby sich kurz vor der Aufgabe befinden.

12:50 Uhr: Flughafen gesperrt
Bis auf weiteres keine Flüge aus N'Djamena.

12:40 Uhr: Hauptziel der Rebellen weiterhin Regierungstruppen
Keine Angriffe auf ausländische Organisationen. Franzosen wurden von den Rebellen nicht angegriffen.

12.35 Uhr: Flucht in den Keller
Heinz Assmann, der Kommandant der österreichischen Soldaten, rechnet nicht damit, dass die Österreicher zwischen die Fronten kommen. Wir reden in der Hotellobby. Plötzlich werden die Schüsse immer lauter. Und wieder: Schnell, schnell – alle Privatpersonen runter in den Sauna-Keller. Unsere Soldaten sind diesmal nicht hier. Ich plaudere mit den 3 Spaniern, den letzten Gästen hier im Hotel.

12:30 Uhr: Jagdkommando in Stellung
Soldaten des österreichischen Jagdkommandos haben Stellung auf dem Dach des Hotels Kempinski bezogen. Von dort aus sichern sie das Gebäude.

12:15 Uhr: Evakuierung wird vorbereitet
Ausländische Organisationen und Botschaften bereiten Evakuierung der Hauptstadt vor.

11:45 Uhr: Heeres-KFZ in Sicherheit
Sämtliche Fahrzeuge des Vorauskommandos sind in Garagen und in Kellern untergebracht. Darunter befinden sich ein umgerüsteter Puch G und drei Jeeps.

11:30 Uhr: Bundesheer-Vorauskommando in Sicherheit
Oberst Assmann, Kommandant vor Ort und Stelle, bereit den Befehl zur Verteidigung zu geben, falls dies erforderlich wird.

11:15 Uhr: Der Präsidenten-Palast brennt
Rebellen sind in den Präsidentenpalast vorgedrungen und haben das Gebäude in Brand gesteckt.

11:00 Uhr: Parlament wird geplündert
Rebellen stürmen das Parlament, plündern und rauben.

10:45 Uhr: Hunderte Fahrzeuge der Rebellen in die Hauptstadt vorgedrungen

10:00 Uhr: Schusswechsel im Stadtzentrum. Zahlreiche Rebellen und Angehörige der Regierungstrupen verletzt.

09:30 Uhr: Österreichische Bundesheer-Soldaten sind wohlauf und bereit sich zu verteidigen. Sie haben sich zum Teil in einem Keller verschanzt.

09:00 Uhr: Rebellen dringen in die Hauptstadt ein und liefern sich im Stadtzentrum heftige Gefechte mit den Regierungstruppen.

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