Taliban greifen afghanische Stadt an

Attacke mit Raketen

© Reuters

Taliban greifen afghanische Stadt an

Ein Selbstmordkommando der Taliban hat am Montag die Hauptstadt der zentralafghanischen Provinz Logar angegriffen. Nach Angaben der Provinzregierung stürmten die radikal-islamischen Aufständischen einen Polizeiposten in Puli Alam und verschanzten sich dann in einem benachbarten Gebäude. Von dort hätten sie Raketen auf Regierungsgebäude in der Stadt, rund 60 Kilometer südlich von Kabul, abgefeuert. Erst der Einsatz von US-Hubschraubern, die aus der Luft das besetzte Gebäude unter Feuer nahmen, konnte den Angriff beenden. Zwei afghanische Sicherheitskräfte und vier Extremisten seien getötet worden.

Bei einem weiteren Selbstmordanschlag im Einsatzgebiet der deutschen Bundeswehr im Norden des Landes kam niemand zu Schaden. Ein Attentäter der Taliban sprengte sich in der Stadt Kundus neben einem belgischen Militärkonvoi in die Luft. Nach Polizeiangaben kamen dabei weder Soldaten noch Zivilisten zu Schaden. Die Bundeswehr teilte in Potsdam mit, in dem Konvoi seien keine Deutschen mitgefahren.

Der Kommandant der internationalen Afghanistan-Truppen, US-General Stanley McChrystal, warnte unterdessen vor zunehmender Stärke der Taliban. Die Extremisten würden sich immer mehr außerhalb ihrer Hochburgen im Süden wagen und bisher vergleichsweise ruhige Regionen im Norden und Westen des Landes bedrohen. Es handle sich um einen sehr aggressiven Feind, der derzeit die Oberhand habe, sagte McChrystal dem "Wall Street Journal" (Montag). Die Truppen müssten sich daher weiterhin auf hohe Verluste einstellen.

Vor den Präsidentschaftswahlen in anderthalb Wochen hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan erheblich verschärft. Die Taliban haben zum Wahlboykott aufgerufen und mit Anschlägen gedroht.

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