Teheran erbost über Sarkozys Iran-Kritik

Handfester Streit

Teheran erbost über Sarkozys Iran-Kritik

Das iranische Außenministerium hat den französischen Botschafter in Teheran wegen der jüngsten Äußerungen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy über seinen iranischen Amtskollegen Mahmoud Ahmadinejad einbestellt. Dem Diplomaten Bernard Poletti sei mit "ernsten Konsequenzen für die bilateralen Beziehungen" gedroht worden, meldete die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA am Donnerstag. Paris habe eine "dilettantenhafte und extremistische Vorgangsweise an den Tag gelegt", hieß es in der Note des Teheraner Außenministeriums.

Kein Handschlag für Irans Präsidenten
Sarkozy hatte am Montag auf einer Feier aus Anlass des 60. Jahrestages der Erklärung der Menschenrechte in Paris gesagt, dass er Ahmadinejad wegen seiner Israel-Feindschaft weder die Hand reichen noch mit ihm an einem Tisch sitzen wolle. Außerdem hatte er behauptet, dass der iranische Präsident nicht die Bevölkerung des Irans repräsentieren würde.

Frankreich bestätigte am Donnerstag die Einberufung seines Botschafters, ohne auf die Drohungen der iranischen Regierung einzugehen. Das Existenzrecht Israels infrage zu stellen, sei nicht hinnehmbar, betonte ein Sprecher des Außenministeriums unter Bezugnahme auf entsprechende Äußerungen, die iranischen Politikern zugeschrieben werden. Frankreich sei jedoch weiter offen für den Dialog. Unter anderem habe man den Iran für diesen Sonntag zu einem Treffen der Afghanistan-Anrainerstaaten nach Paris eingeladen.

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