Terror-Gefahr in Deutschland hoch wie nie zuvor

BKA schlägt Alarm

 

Terror-Gefahr in Deutschland hoch wie nie zuvor

Wegen der Terrordrohungen gegen Deutschland im Internet sieht das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) die Gefahr von Anschlägen vor der Bundestagswahl im September. "Wir stellen deutliche Parallelen zur Situation in Spanien fest", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Focus" laut Vorausmeldung vom Samstag.

Die Madrider Anschläge im Jahr 2004 mit 191 Toten und 1.800 Verletzten hätten die bevorstehende Wahl beeinflussen und zum Abzug spanischer Soldaten aus dem Irak führen sollen. Spanien habe sich tatsächlich zurückgezogen, wurde Ziercke zitiert.

Zum Islam konvertierte Radikale
"Die jüngsten Video-Botschaften zeigen deutlich, dass Deutschland und deutsche Interessen im Ausland bedroht werden." Für besonders gefährlich hält der BKA-Chef zum Islam konvertierte Radikale aus Deutschland. "Sie kennen die deutsche Infrastruktur, sind gesellschaftlich integriert und fallen aufgrund ihres Aussehens kaum auf", sagte Ziercke. "Wir müssen davon ausgehen, dass sie zu allem bereit sind."

Einige Dutzend Islamisten aus Deutschland seien in Trainingslagern gedrillt worden. "Häufig sind es gerade die fehlgeleiteten Konvertiten, die am stärksten radikalisiert sind", sagte Ziercke.

Die Zahl islamistisch motivierter Straftaten hat der deutschen Behörde zufolge rasant zugenommen. Laut "Focus" ermittelt das BKA zurzeit in 160 Fällen, im vergangenen Jahr waren es noch 105. Zudem starben seit dem 11. September 2001 einer BKA-Statistik zufolge 61 Deutsche im Ausland durch Anschläge militanter Islamisten.

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